Wirtschaft

Japan und EU kurz vor Freihandelsabkommen

Die Handelsstreitigkeiten zwischen Japan und der EU sollen beigelegt werden. Damit ist der Weg für die Verhandlungen über ein geplantes Freihandelsabkommen frei. Derzeit erhebt die EU einen Zoll von zehn Prozent auf Waren aus Japan, während Japan keinerlei Zölle für Güter aus Europa berechnet. Den Verhandlungen soll zunächst eine Testphase vorangehen, in der beide Seiten ihre Zielsetzungen und Kooperationsbereitschaft prüfen sollen. Als weitere Themen werde eine engere Zusammenarbeiten bei der Sicherheit von Atomkraftwerken und eine gemeinsame Führungsrolle beim Klimawandel angestrebt. Beide Seiten verständigten sich auch darauf, die Unruheherde vom Nahen Osten und Nordafrika bis Nordkorea gemeinsam zu begegnen. Ein Freihandelsabkommen mit der Schweiz hat Japan bereits vor zwei Jahren geschlossen. Die EU hatte bislang den japanischen Wunsch nach einem weitreichenden Freihandelsabkommen gebremst. Gründe waren zahlreiche nicht-tarifäre Handelshindernisse, wie Normen, Unbedenklichkeitszeugnisse und weitere bürokratische Vorschriften. Japan müsse zudem ermöglichen, dass EU-Firmen auch den Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen erhalten. Im Jahr 2010 belief sich der Handel zwischen der EU und Japan auf 109 Milliarden Euro. Die EU exportierte Waren und Dienstleistungen für 44 Milliarden Euro (davon Deutschland 13 Milliarden Euro) und importierte im Gegenzug rund 65 Milliarden Euro von seinem sechstwichtigsten Handelspartner.

 

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