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Jeffrey Pfeffer: Macht – warum manche sie haben, und andere nicht

Originaltitel: Power: why some people have it and others don`t.
Übersetzt von Petra Pyka
Börsenmedien AG, 2011

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Ichwill nicht bleiben, wie ich bin

Karriere machen heißt auch sich verändern und lernbereit zu sein. Das betrifft nicht nur die fachlichen Qualifikationen, sondern fast noch mehr die so genannten Soft Skills. Denn "Natural-Born-Leaders" gibt es nicht. Ganz besonders wenn es um Macht geht, ist gezielte Vorbereitung und gezieltes Lernen gefragt. Denn die gekonnte Ausübung von Macht entscheidet weit mehr als alle anderen Fähigkeiten über beruflichen und persönlichen Erfolg. Erstaunlicherweise taucht "Macht" aber auf kaum einem Lehr- oder Weiterbildungsplan auf. Umso wichtiger ist das Buch des renommierten Stanford Professors Jeffrey Pfeffer. In "Macht. Warum manche sie haben und andere nicht", beschreibt er die Funktionsweise und Gesetze der Macht.

Hindernisse aus dem Weg räumen

Dass über Macht und über die Strategien, Macht zu erlangen, eher geraunt denn gesprochen wird, liegt Pfeffer zufolge an drei Hindernissen. Erstens gehen wir davon aus, dass die Welt gerecht ist. Daraus folgt, dass viele Menschen "taub und blind für die Notwendigkeit sind, sich proaktiv eine Machtbasis aufzubauen". Zweitens trüben wir unseren Blick, wenn wir auf die Ratschläge erfolgreicher Personen hören. Denn die neigen dazu, ihren Werdegang zu beschönigen und erwähnen nur selten die knallharten Taktiken und Strategien, die sie auf dem Weg nach oben angewendet haben. Das dritte und größte Hindernis sind die Menschen selbst. Pfeffer führt hier das "Self-Handicapping"-Syndrom an. Sich zum Beispiel nicht optimal auf einen Test oder eine Aufgabe vorzubereiten, ermöglicht bei negativem Ergebnis die Ausrede, dass das schwache Ergebnis nicht die wirklichen Fähigkeiten widerspiegelt. Pfeffers Rat für alle, die nach oben wollen, ist es deshalb, bewusst "nach Macht zu streben."

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Diesieben Schlüssel zur Macht

Aber wie strebt man nach Macht? Pfeffer hat sieben Eigenschaften identifiziert, die notwendig für die Erlangung von Macht sind. Und er behauptet, dass sich diese Eigenschaften erlernen lassen, genau so, wie sich auch das Skifahren lernen lässt. Es handelt sich um Ehrgeiz, Energie, Konzentration, Selbsterkenntnis, Selbstvertrauen, Einfühlungsvermögen und Konfliktfähigkeit. Kritiker werden dem die Erkenntnisse aus der Hirnforschung entgegen halten, die nahelegen, dass persönliche Eigenschaften zum Großteil bereits bei der Geburt unverrückbar festgelegt seien, bis zum dritten Lebensjahr die Persönlichkeitsbildung nahezu abgeschlossen sei und es ab dem Ende der Pubertät nur noch um Schönheitskorrekturen gehe. Pfeffer zielt aber auf Verhalten ab. Und tatsächlich kann sich jeder entscheiden, ob er auf vielen Hochzeiten tanzt oder nur auf einer (Konzentration), ob er sich ein Ziel steckt und geduldig darauf hin arbeitet (Ehrgeiz) und welchen Lebensstil er pflegt (Energie). Nicht anders steht es um das Bemühen, sich selbst zu erkennen – eine "Arbeit", die man tun oder lassen kann. Und genauso lassen sich Selbstvertrauen, Einfühlungsvermögen und Konfliktfähigkeit trainieren.

Her mit der Macht

Jeffrey Pfeffers Buch "Macht" ist eine Aufforderung, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen, den Schrecken davor zu verlieren und zu erkennen, wie leicht Macht am Ende errungen werden kann. Er rät Aufsteigern dazu, Regeln zu brechen und den Menschen, die bereits Macht haben, empfiehlt er, Regeln aufzustellen. Er zeigt, wie wichtig Netzwerken ist und wie man sich richtig in Position bringt. Das Ganze geschrieben auf der Grundlage vieler Studien und wegen der vielen Beispiele aus realen Macht-Situationen auch gut und leicht zu lesen.

Managementbuch.de – Fazit: Jeffrey Pfeffer geht das Thema Macht undogmatisch an und zeigt, wie jeder Einzelne die Voraussetzungen schaffen kann, um selbst in eine machtvolle Position zu gelangen. Kein Ratgeber, sondern eine Analyse und Funktionsbeschreibung von Strategien zur Macht. Und vielleicht ist es das größte Verdienst des Buches, dass Pfeffer ausdrücklich dazu animiert, nach Macht zu streben, anstatt sich dem vermeintlichen Schicksal zu ergeben.

Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de

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