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Jo Piazza – Beruf: Promi

Weshalb bekommen Promis so viel mehr Geld für das, was sie tun, als jeder Otto Normalverbraucher? Was hat die Bush-Ära mit dem Erfolg von Kim Kardashian zu tun? Und wieso ähnelt der Verkauf des Fotos von Brad Pitts und Angelina Jolies Baby ein wenig dem Verkauf von Drogen auf der Straße? Nach mehr als zehn Jahren im Geschäft geht die Wirtschafts- und Promi-Journalistin Jo Piazza der Frage auf den Grund, worum es beim Business rund um berühmte Leute wirklich geht.

Denn machen wir uns nichts vor: Berühmt zu sein ist ein hartes Geschäft. Noch nie zuvor war der Markt für Promis so gesättigt wie heute. Täglich konsumieren die meisten Leute etwas, das ein Promi unter seinem Namen verkauft: einen Duft, Schuhe, einen Song, einen Film, einen Tweet oder ein Foto in einem Magazin. Journalistin Jo Piazza hat direkten Zugang zu diesem Markt der Promis. In „Beruf: Promi“ beschreibt sie detailliert, was genau einen Wert für die Branche darstellt, der sich vergolden lässt – und was diesen Wert schneller vernichten kann, als ein Starlet Champagner schlürft. Faszinierende Fallstudien, die hinter die Kulissen des Promi-Geschäftes schauen, besser als es jeder Analyst bei einem Unternehmen tun könnte.

 

Quelle: books4success / managementbuch.de

Jo Piazza – Beruf: Promi

Wie Brangelina, Ashton Kutcher & Co. aus ihren Namen Gold machen.
Originaltitel: Celebrity, Inc. How Famous People Make Money.
Übersetzt von Christina Jacobs
ISBN: 3864700485 – EAN: 9783864700484 – Libri: 8007896
Börsenmedien AG – September 2012 – kartoniert – 215 Seiten

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Abkassieren und draufzahlen – das Leben der Stars

Glaubt man den Titelseiten der Yellow Press, stehen Hollywood-Größen, Pop-Stars und Profisportler auf der Sonnenseite des Lebens. Jo Piazza kennt auch die schwarzen Flecken in den Biographien von Angelina Jolie, Ashton Kutcher und Lindsay Lohan. In ihrem Buch „Beruf: Promi“ zeichnet die ehemalige amerikanische Klatschkolumnistin Piazza aber nicht einfach das Auf und Ab ausgewählter Stars nach. Sie analysiert messerscharf („Marketingmodelle werden mikroskopisch betrachtet“), mit welchen Methoden manch einer am Tag mehr verdient als ein leitender Angestellter im ganzen Jahr. Emma Watson beispielsweise, die süße „Hermine Granger“ aus der Harry Potter-Reihe, ließ sich für die letzten beiden Produktionen mit je 15 Millionen US-Dollar entlohnen. Magisch.

10.000 Dollar pro Tweet

Piazza erzählt ohne Zynismus und Sozialneid. Sie rechnet nicht mit Brad Pitt und Charlie Sheen ab (was andere längst getan haben), sondern rechnet vielmehr zusammen, was diese mit Kalkül und Finesse Jahr um Jahr einkassieren: Nicht nur über Film-Gagen, sondern auch über vermeintliche Paparazzi-Fotos oder belanglose Kurznachrichten im Web („10.000 Dollar pro Tweet“).

Die Autorin spricht auch über die Kehrseiten. Über Promis, die scheinbar das große Rad drehen und in der Marketingmaschinerie der Hollywood-Studios, Agenten, TV-Sender und Printredaktionen letztlich auch nur nützliche Rädchen sind. Bis zum Ablauf ihres Haltbarkeitsdatums. „Monate später war ich in New York auf Britneys Geburtstagsfeier im Nachtclub Tenjune. Die Frau hätte nicht elender aussehen können, wie sie da in einer Ecke hockte, harmlos und etwas Nichtalkoholisches schlürfend.“

Hoch hinaus, tief fallen

Denn nach oben kommen viele. Dort bleiben aber nur wenige. Aber die Stolperfallen heißen nicht Kokain (Charlie Sheen), nicht Sexsucht (Tiger Woods) und auch nicht offen zur Schau gestellter Antisemitismus (Mel Gibson). Denn das Publikum verzeiht vieles. Was das Publikum aber niemals verzeiht, ist Inkonsistenz in der Markenbildung! Am Beispiel Lindsay Lohan schildert Piazza, wie der einstige Kinderstar seinen Namen konsequent verspielt hat. Lohan schliddert noch immer zwischen den Leitbildern „liebes Mädchen“ und „Bitch“, unfähig ein greifbares Image zu erzeugen. Das K.-O.-Kriterium für Fans und Produzenten. „Lohan war nicht deshalb kreditunwürdig, weil ihre Versicherungsprämien zu hoch waren oder weil sie ein Risiko für die Produktionsplanung darstellte. Lohan war kreditunwürdig, weil sie unsympathisch und in ihrem Verhalten inkonsequent war.“

Roter-Reiter – Empfehlung: Ein Buch so aufregend wie ein Thriller mit Angelina Jolie in der Hauptrolle, aber mit mehr Tiefgang. Ein spannender Blick hinter die Kulissen des Hollywood-Glanzes, der nicht nur Cineasten zu empfehlen ist.

… von Oliver Ibelshäuser, www.roter-reiter.de

 

Zur Autorin:

Jo Piazza startete ihre Karriere als Redakteurin bei der „New York Daily News“ – nach ihrem Abschluss in Wirtschaft an der University of Pennsylvania und dem Master in Journalismus an der Columbia University. Ihre „Celebenomics“-Kolumne auf der PopEater-Website von AOL wurde zum Kult. Außerdem schreibt sie für die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“ und erscheint häufig als Kommentatorin auf „CNN“, „Fox News“ und „MSNBC“.

Oliver Foitzik

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