Wirtschaft

JP Morgan sperrt Konto des Vatikans wegen Verdachts auf Geldwäsche

Die Mailänder Filiale der US-Großbank JP Morgan schließt Ende März ein Konto der Vatikan-Bank IOR. Es würden zu ungenügende Informationen vorliegen, um die Dienstleistungen im Einklang mit den Transparenzkriterien zur Bekämpfung der Geldwäsche sicherzustellen. Die Vatikanbank habe auch nicht die von JP Morgan geforderten Informationen bezüglich einiger Zahlungen geliefert, die von diesem Konto aus getätigt worden waren. Derzeit werden die Finanzorgane des Vatikans auch von dem Expertenkomitee für die Bewertung von Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (Moneyval) überprüft. Im Fokus steht dabei die Vatikanbank, das „Institut für religiöse Werke“ (IOR), auf dessen Bankkonten rund 5 Milliarden Euro deponiert sind. Eine Entscheidung wird bis Juni 2012 erwartet.

USA verdächtigen den Heiligen Stuhl der Geldwäsche

Die US-Behörden haben erst vor wenigen Tagen den Vatikan auf eine Liste von Staaten gesetzt, die wegen des Verdachts auf Geldwäsche beobachtet werden. Der Vatikan erscheint auch erstmals in dem jährlichen Strategiebericht des US-Außenministeriums zum Kampf gegen Drogenkriminalität. Grund sei, dass der Heilige Stuhl sich an bestimmten internationalen Abkommen nicht oder nur unter Vorbehalt beteilige. Im September 2010 waren bereits staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen zwei Manager der Vatikanbank eingeleitet worden, die im Verdacht stehen, bei Finanztransaktionen die Namen der wahren Auftraggeber verschwiegen und damit gegen ein Gesetz gegen Geldwäsche verstoßen zu haben. Papst Benedikt XVI. hatte daraufhin im Dezember 2010 eine neue Finanzbehörde im Vatikan geschaffen, die den Kampf gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung verbessern soll.
(mb)

 

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