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Jumi Vogler: Excellence in leadership – Spitzenführung schafft Spitzenleistung (2)

3-teiliges Interview mit Jumi Vogler über ihr aktuelles Thema “Excellence in leadership – Spitzenführung schafft Spitzenleistung”. Jumi Vogler ist Expertin für Spitzenleistungen und Humor als Erfolgsstrategie. Sie arbeitet als Speaker, Trainerin, Coach und Autorin und berät Führungskräfte, wie man Mitarbeiter mit Begeisterung zu Spitzenleistungen motivieren kann.

Im Folgenden nun Teil 2 der Interviewreihe: „Excellence in leadership – Spitzenführung schafft Spitzenleistung“ (Teil 1 siehe hier):

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Guten Tag Frau Vogler. Eines Ihrer aktuellen Themen ist „Excellence in leadership – Spitzenführung schafft Spitzenleistung“. Welche Definition von guter Führung legen Sie Ihrem Konzept zu Grunde?

Echte Führung fokussiert den Menschen. Und sie ist situations- und bedarfsabhängig. Nicht jeder Mensch braucht die gleiche Art Führung. Menschen sind unterschiedlich. Das Ziel von Führung sollte sein: Die Möglichkeiten zu schaffen, damit Menschen gute bis hervorragende Leistungen erbringen können. Denn genau das wollen Menschen. Sie wollen etwas leisten. Sie wollen stolz auf sich sein. Auf keinen Fall wollen sie nur ein kleines Rädchen sein, austauschbar und bedeutungslos.

Um diese Art von Führung zu gewährleisten, muss man mehr können als allgemein im BWL-Studium und Business-Akademien gelehrt wird. Man braucht Menschenkenntnis, Einfühlungsvermögen, Kommunikationsfähigkeit, soziale Kompetenz und eine starke Persönlichkeit. Kein Mitläufercharakter im Hierarchiespiel, das sich sowieso hinter Prozesskontrolle versteckt.

Hat Spitzenleistung etwas mit dem in Leadship-Kreisen häufig kolportierten „Abschied von der freizeitorientierten Schonhaltung“ zu tun?

Wer erfindet bloß solche Begriffe? Sie suggerieren, dass heute niemand etwas leistet, weil alle sich schonen. Das sei der Tenor unserer Zeit. Leistung wird in unserer Gesellschaft immer noch als Zustand beschrieben, der es erfordert, sich zu quälen, 14 Stunden im Unternehmen zu sein, Härte gegen sich und anderen aufzuweisen, egomanisch zu sein und ein ganzer Mann. Für diese „Leistung“ gibt es Vorbilder: Oliver Khan, Joseph Ackermann, Gerhard Schröder, jaja, Ulli Hoeness etc.

So lange Menschen das glauben wollen, weil diese Ideologie nur einige wenige zu Spitzenleistungen führt, so lange wird es nur einige wenige geben, die diese Spitze auch leisten. Das ist natürlich gewollt. Es zementiert Status – schafft aber keine Spitzenleistungen von vielen.

Hier geht es doch nur um Spitzenleistungen einiger selbsternannter Alphatiere. Das kann und darf einem Unternehmen nicht genügen. Ein Unternehmen braucht überall Mitarbeiter, die Spitzenleistungen erbringen. Weil sie sie erbringen wollen. Für das Unternehmen und für sich. Weil das Unternehmen Bedingungen erschafft, die Spitzenleistungen ermöglichen. Führung bedeutet: Anleitung, Motivation, Perspektive und Veränderung.

Häufig spricht man im Zusammenhang mit Motivation auch von einer „Lobkultur“. Kultur wird dabei gleichgesetzt mit der „Pflege der geistigen Güter“. Was gilt es nun bei der Pflege der Lobkultur zu beachten? Wie Lobe ich richtig? Was kann man hier falsch machen?

Wie ist es um uns bestellt, wenn wir Menschen im Unternehmen beibringen müssen, wie man lobt. Was bedeutet das? Können diese Menschen gar nicht loben? Loben sie auch zuhause nicht? Halten Sie Loben für ein Zeichen von Schwäche. Glauben sie, starke Menschen brauchen kein Lob? Was natürlich jeder, der ein Kind hat, verneint. Jeder Mensch blüht auf bei Lob. Menschen machen alles für Belohnungen. Lob spornt zu Leistungen an.

Ja, das Loben kann man lernen. Allerdings nicht als standardisiertes Lob. Das funktioniert genauso wenig wie die Standard-Führungskräfte-Kritikgespräche, die landauf landab trainiert werden und beim Mitarbeiter nur Misstrauen hinterlassen, weil die Gesprächsführung so unehrlich ist.

Ja, loben kann man lernen, Führungsstärke auch: Es ist ganz einfach: Eine echte Führungskraft besitzt einen“ inneren Leader“. Den kann man mit einer bestimmten Methode, dem Acting & Leading, entwickeln. Der innere Leader ist authentisch und führt souverän. Ohne sich hinter einem Status verstecken zu müssen. Der innere Leader besitzt Hochstatus durch seine Persönlichkeit. Er besitzt echte Persönlichkeit. Eine, die nicht von seinem Anzug zusammen gehalten wird.

Erklären Sie doch bitte die häufig gehörte Floskel „ganzheitlicher Umgang mit Mitarbeitern“. Was meint ganzheitlich, wieso ist das so wichtig und warum wird das immer noch so selten umgesetzt?

Ganzheitlicher Umgang mit Mitarbeitern, das höre ich auch immer. Ich sehe ihn aber nie. Wo wohnt er? Jedenfalls nicht in den meisten deutschen Unternehmen. Ganzheitlich heißt, man soll es kaum glauben, ganzheitlich. Der Mensch nicht als Objekt, als Humankapital eines Unternehmens, das lediglich an seiner Funktionsfähigkeit interessiert ist und alle Störfaktoren auszuklammern wünscht, wie Emotionen ,und Kreativität und Persönlichkeit. Sondern das Einlassen auf Menschen, die ihre Persönlichkeit nicht beim Pförtner abgeben müssen und deshalb die besten Mitarbeiter sind. Ist doch eigentlich logisch. Warum es aber nicht umgesetzt wird? Es entspricht nicht der sehr langen, seit dem 19. Jhd. existierenden Form von Unternehmen: patriachale Strukturen und geschlossenen Systeme, die vor allem Macht und Geld generieren.

Welche Auswirkungen hat ein gut umgesetzter Führungsstil auf die Unternehmensorganisation, die Strukturen und die Hierarchien?

Mitarbeiter- und Kundenorientierung, Motivation, Spitzenleistungen Veränderung und Wachstum – sowohl persönliches als auch ökonomisches.

Vielen Dank Frau Vogler. Mehr dann im dritten und letzten Teil der Interviewreihe am kommenden Mittwoch, den 29. Mai 2013.

(Das Interview führte Marc Brümmer, Redaktionsleiter von AGITANO, dem Wirtschaftsforum für den Mittelstand)

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Jumi Vogler war schon mehrfach auf AGITANO, dem Wirtschaftsforum für den Mittelstand, vertreten. Zuletzt im Juni 2012 mit einer 4-teiligen Interviewreihe zu ihrem damals erschienen Buch „Erfolg lacht! Humor als Erfolgsstrategie“:

Teil 1: Einführung in „Erfolg lacht“
Teil 2: HUMOR und wie dieser wirkt
Teil 3: HUMOR im Business-Alltag
Teil 4: HUMOR für die eigene Karriere

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Über Jumi Vogler

Bild: Jumi Vogler

Jumi Vogler ist Expertin für Spitzenleistungen und Humor als Erfolgsstrategie.
Sie arbeitet als Speaker, Trainerin, Coach und Autorin.

Ihr Motto: „Wow the company! – mit Begeisterung zu Spitzenleistungen“

Nach dem Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik und Publizistik war sie Mitglied der künstlerischen Leitung des Niedersächsischen Staatsschauspiels Hannover, gleichzeitig übte sie eine Lehrtätigkeit an der Leibniz-Universität Hannover aus. Anschließend wechselte Jumi Vogler in die Wirtschaft und brachte ihr Wissen zu Kommunikation, Führung und Motivation als Personalentwicklerin der VW AG ein. in ihren mitreißenden, klugen und humorvollen Vorträgen zeigt sie, wie man durch Leidenschaft und Begeisterung Spitzenleistungen erzielt und wie Humor als Erfolgsstrategie in der Unternehmensführung Wachstum schafft.

Jumi Vogler berät, coacht und trainiert Führungskräfte.
Ihr Fokus: Excellence in leadership – mit Begeisterung zu Spitzenleistungen motivieren!“.

Darüber hinaus ist sie als Dozentin an der Graduiertenakademie der Leibniz Universität Hannover tätig.
Ihr aktuelles Buch: „Erfolg lacht! Humor als Erfolgsstrategie“ ist mit viel Medienaufmerksamkeit im Wirtschaftsverlag GABAL erschienen.

Jumi Vogler ist virtuell auf http://www.jumivogler.de/ zuhause.
Sie bloggt auf ihrem Humorblog: Erfolg lacht! mit Begeisterung zu Spitzenleistungen.

Marc Brümmer

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