Wirtschaft

Karstadt-Retter Berggruen steigt in Bieterstreit um Kaufhof ein

Nach dem Bekanntwerden der Kaufofferte der österreichischen Immobiliengruppe Signa, an der auch der griechische Reeder und Milliardär George Economou beteiligt ist, für die Warenhauskette Kaufhof mit 139 Filialen, steigt nun ein weiterer Milliardär in den Bieterring: Nicolas Berggruen, der vor knapp zwei Jahren bereits die angeschlagene Konkurrenzkette Karstadt für angeblich einen Euro erworben und damit gerettet hatte. Die Kaufhof-Mutter Metro möchte die Warenhäuser bereits seit geraumer Zeit veräußern. Als Kaufpreis wird ein Betrag um 2,4 Milliarden Euro geschätzt.

Nicolas Berggruen will offenbar Karstadt und Kaufhof zu einer „Deutschen Warenhaus AG“ zusammenführen, lehnte aber jeglichen Kommentar ab. Kaufhof hat 139 Filialen und rund 20.000 Mitarbeiter, Karstadt 86 Warenhäuser und 26 Sportfilialen sowie 25.000 Beschäftigte. Die Gewerkschaft Verdi sieht einen solchen Zusammenschluss skeptisch, da sie einen Abbau von Arbeitsplätzen befürchtet. In den USA wird Berggruen angeblich als obdachlos geführt, da er nahezu ausschließlich in Hotels wohnt.

Der Chef der österreichischen Immobiliengruppe Signa, Rene Benko: „Wir sind ein langfristig orientierter Investor und keine Heuschrecke. In den meisten Immobilien bleiben wir zehn Jahre oder länger. Viele verkaufen wir überhaupt nicht mehr. Signa ist nicht dafür bekannt, Arbeitsplätze abzubauen. Ganz im Gegenteil.“ Im Beirat der Signa sitzen unter anderem der frühere österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Hans-Peter Haselsteiner, Chef des Wiener Baukonzerns Strabag. Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking soll in Kürze hinzustoßen.

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