Wirtschaft

Kartellamt will stärker gegen Preisabsprachen vorgehen

Die Wettbewerbshüter des Bundeskartellamts wollen noch stärker gegen verbotene Preisabsprachen vorgehen (siehe Tätigkeitsbericht 2009/2010). Grund: Die Preisabsprachen widersprechen dem normalen Preisbildungs-Mechanismus, kosten die Verbraucher viel Geld und schädigen somit die Volkswirtschaft. So nahm die Aktivität der Wettbewerbshüter in den letzten Jahren in diesem Bereich bereits sukzessive zu. Von 1994 bis 1997 wurden lediglich sieben Kartellverfahren eingeleitet, in den letzten beiden Jahren waren es dann schon 27 Verfahren, die sich gegen insgesamt 172 beteiligte Unternehmen richteten. In diesen beiden Jahren wurden zusammen Geldbußen in Höhe von über 560 Millionen Euro verhängt. Weiterhin gilt eine sogenannte Bonusregelung, bzw. Kronzeugenregelung. Beteiligte, die sich der Behörde offenbaren, kommen deutlich billiger weg. Diese wurde in den letzten beiden Jahren auch 78 Mal angewendet. Bundeskartellamts-Chef Andreas Mundt: „Wir hatten eine Vielzahl von Kronzeugen-Anträgen. Das belegt einmal mehr, dass Kartelle, die sich im Verborgenen abspielen, oft nur mit der Kronzeugenregelung erfasst werden können.“ Studien belegen, dass verbotene Kartellabsprachen zu durchschnittlich 25% höheren Preisen führen.

Ebenfalls wettbewerbsschädigend kann die Strategie sein, seinen Konkurrenten einfach aufzukaufen. Von 1.985 anmeldepflichtigen Fusionsvorhaben unterzog das Bundeskartellamt in den letzten beiden Jahren 31 Fälle einer intensiven Prüfung, acht Fusionen wurden unter Auflagen genehmigt und viermal legte die Bonner Behörde ihr Veto ein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.