Energie & Umwelt

Kasachstan will eigenes AKW und internationale IAEA-Kernbrennstoffbank

Das rohstoffreiche zentralasiatische Land Kasachstan hatte seine Pläne zum Atomeinstieg nach der Katastrophe von Fukushima (seit März 2011) zunächst auf Eis gelegt, um das Atomprogramm auf seine Zweckmäßigkeit zu überprüfen. Nun hat Präsident Nursultan Nasarbajew erklärt, sein Land werde an den Bauplänen für ein Atomkraftwerk und damit den Einstieg in die Kernenergie festhalten: „Die Atomkraft ist heutzutage die stärkste und erschwinglichste Energiequelle, die den Menschen zur Verfügung steht.“ Die Realisierung des AKW wird wohl gemeinsam mit Russland erfolgen.

Zugleich hat sich Kasachstan auch als Sitz der künftigen internationalen Kernbrennstoffbank der IAEA beworben. Die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) will bis Jahresende eine Entscheidung treffen, in welchem Land diese internationale Kernbrennstoffbank untergebracht werden soll. In der geplanten Bank soll ein garantierter Vorrat an niedrig angereichertem Uran für die Produktion von Brennstäben für die zivile Nutzung der Kernenergie in Atomkraftwerken aufbewahrt werden. Dieser Reservevorrat soll dabei in einem Land angelegt werden, das über keine Nuklearwaffen verfügt und zudem für die IAEO-Inspektoren offen steht. Kasachstan rechnet sich gute Chancen als künftiges Kernbrennstoffzentrum der Welt ein, da es über rund ein Viertel der Weltvorräte an Uran verfügt.

Präsident Nursultan Nasarbajew (70) regiert bereits seit dem Auseinanderbrechen der UdSSR vor 20 Jahren in Kasachstan. Aufgrund einer Verfassungsänderung Anfang 2011 kann er nun sogar bis 2020 ohne weitere Wahlen im Amt bleiben. Grund: Da es keine Alternative zu Nasarbajew gebe, seien die geplanten Wahlen von 2013 und 2017 reine „Geldverschwendung“. Dabei waren erst zum Jahreswechsel auf dem OSZE-Gipfel in der kasachischen Hauptstadt Astana unter der turnusmäßigen kasachischen Präsidentschaft die OSZE-Prinzipien für Demokratie und gute Regierungsführung bekräftigt worden. Die westlichen Staaten hatten die Verlängerung der Amtszeit des „alternativlosen“ Nasarbajew als undemokratisch verurteilt. Den Staatschef, dem die Unterdrückung der Opposition vorgeworfen wird, umrankt auch das hartnäckige Gerücht ausufernder Korruption: Nasarbajew und sein Umfeld sollen mehr als eine Milliarde Dollar auf Schweizer Bankkonten versteckt haben.

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