Wirtschaft

Kassensturz: Chrysler Rettung hat US-Steuerzahler 1,3 Mrd. Doller gekostet

Die USA und Kanada haben ihre letzten Anteile an dem US-Autobauer Chrysler verkauft. Im Zuge der Finanzkrise hatten alleine die USA 12,5 Milliarden Dollar in den vor zwei Jahren in Insolvenz gegangenen Automobilkonzern hineingepumpt, um das Traditionsunternehmen vor der Pleite zu bewahren. Mit dem Verkauf der Anteile erlösten die USA insgesamt 11,2 Milliarden Dollar, was unter dem Strich einen Verlust von 1,3 Milliarden Dollar für den Steuerzahler bedeutet.

Die Anteile hat der italienische Automobilkonzern Fiat aufgekauft, der nun 53,5% an Chrysler hält. Bis zum Jahresende sollen es dann 58,5% sein. Fiat kann nun auch eine Mehrheit der Mitglieder im Verwaltungsrat bestimmen. Die restlichen Anteile an Chrysler gehören dem Gesundheitsfonds der Autogewerkschaft UAW, allerdings hat Fiat bereits die Rechte gekauft, auch diese Fonds-Anteile zu übernehmen. Damit sollen die zwei Autofirmen unter einem Dach vereint werden.

Neben Chrysler musste auch GM in der Krise staatlich gestützt werden. Von den drei großen US-Autofirmen kam nur Ford ohne staatliche Hilfen aus. Mittlerweile schreiben alle drei Unternehmen wieder schwarze Zahlen (mit einem Umsatzplus von 35% erzielte Chrysler im ersten Quartal 2011 erstmals seit der Krise wieder einen Gewinn von 116 Millionen Dollar). Chrysler hat mit der technologischen Unterstützung von Fiat die Insolvenz genutzt und sich neu aufgestellt. Die Rückzahlung der staatlichen Schulden gelang nun insgesamt sechs Jahre vor der Fälligkeit der Titel. Fiats Pläne sehen vor, dass Chrysler und Dodge als Marken aus Europa verschwinden und die ausgewählten Modelle dann mit einem Lancia Emblem versehen werden, um die dünne Modellpalette der Marke aufzupolstern. Allein das Jeep-Label soll auch in Europa als eigene Marke bestehen bleiben. Zugleich will Fiat die bestehende Infrastruktur von Chrysler nutzen, um sich nach rund 30 Jahren wieder als Marke in Nordamerika zu etablieren. Auch sollen Technologien, Motoren und Plattformen gemeinsam genutzt werden, um die typischen Synergie-Effekte zu erzielen.

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