Energie & Umwelt

Katastrophen-Bohrfirma stellt neuen Tiefseerekord auf

Im April hatte die Explosion der Tiefseeölplattform „Deepwater Horizon“ die zweitschlimmste Ölkatastrophe der Geschichte verursacht. Neun der elf getöteten Arbeiter auf der Plattform kamen von dem Betreiber Trancocean. Kürzlich hatte das Unternehmen jedoch ernsthaft behauptet, 2010 statistisch gesehen – bis auf die neun Toten – einen eigenen Sicherheitsrekord aufgestellt zu haben. Zur Belohnung gab es umfangreiche Boni für die Manager. Die britische Zeitung „Sunday Times“ hatte hingegen unter Berufung auf eine interne BP-Untersuchung berichtet, dass auf der Ölplattform Deepwater Horizon geschlampt worden sei: Mehr als 390 fällige Wartungsarbeiten seien in den Monaten vor der Katastrophe nicht erledigt worden, darunter vor allem jene an dem wichtigen Sicherheitsventil am Meeresgrund, das beim Untergang der Bohrinsel versagte und damit zur Ölpest führte. Transocean betreibt 136 Plattformen, zahlreiche davon in der Tiefsee. Nun hat das Bohrunternehmen einen neuen Tiefseerekord aufgestellt: Die Plattform „Dhirubhai Deepwater KG2“ vor Indien bohrte 3.107 Meter unter dem Meeresspiegel. Die Plattform „Deepwater Horizon“ hatte 1.600 Meter unter dem Meeresspiegel gebohrt. Es hatte drei Monate gedauert, bis das Leck geschlossen werden konnte.

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