Management

Katja Popp im Personality-Interview Nr. 44

Im Rahmen der "Personality-Interviews" kommen eine Vielzahl interessanter, außergewöhnlicher und herausragender Experten – von Speakern, Coaches und Trainern über Gutachter, Sachverständigen und Beratern bis hin zu Wissenschaftlern – zu Wort.

Das 44. Interview wurde mit Katja Popp – Zukunftsmanagerin, Inhaberin der Beratungsagentur Pittoresque, Beraterin bei der Marketing & Innovation Group und Rednerin bei Nextspeakerdurchgeführt.

 

1. Bitte stellen Sie sich kurz vor, Frau Popp!­

Zukunft kann man nicht vorhersehen! Aber man kann relevante Rahmenbedingungen kennen, um dynamisch und proaktiv auf Veränderungen zu reagieren, Chancen und Potentiale frühzeitig zu erkennen und die Zukunft somit aktiv mitzugestalten. Das ist der Kern des Strategischen Zukunftsmanagements und auch dessen, was ich meinen Kunden seit meiner über 10-jährigen Beratungstätigkeit mit meiner Agentur Pittoresque und nun auch mit der Marketing & Innovation Group, näher bringe. Dabei agiere ich als Impulsgeber, Enabler, Moderator oder Ideengeber und versuche durch strukturierte Zukunftsarbeit, Innovationen für die Kunden von morgen in Märkten von morgen vorauszudenken und erfolgreich in interdisziplinären Teams im Sinne einer systemischen Ganzheitlichkeit umzusetzen. Somit erhöht sich die Innovationskraft und die Zukunftsfähigkeit meiner Kunden.

2. Was ist das Hauptthema in Ihrer Tätigkeit?

Als „Übermorgen-Ameise“ beschäftige ich mich mit Lebenswelten von morgen und übermorgen und transferiere Erkenntnisse daraus in das angewandte Strategische Zukunftsmanagement. Nach tiefgreifenden Analysen, bestehend aus Customer Insights, Corporate als auch Context Insights and Foresights, werden unter Anwendung individuell maßgeschneiderter Methodentoolsets, Konzepte und Lösungen entwickelt, die die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens stärken. Wir begleiten unsere Kunden vom Impuls bis zur Implementierung mit unserem Experten-Kernteam, damit aus Worten auch Taten werden.

3. Was zeichnet Sie besonders aus und was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Meine Passion für das Unbekannte, Neue und angeblich Verrückte sind sicherlich meine Haupttreiber. Ich transferiere und kombiniere gerne bisher „Unvernetztes“, seien es Funktionalitäten, Business Modelle oder beispielsweise Nutzungsszenarien aber auch Firmen und Partner, die dann zielführend an Zukunftsvorhaben arbeiten können. Meine Studien in den Naturwissenschaften (Life Sciences) unterstützen hier mein generalistisches Denken als auch die Expertise, die ich in Projekte einbringen kann. Meine Erfahrungen als Projektleiterin in internationalen F&E-Projekten geben einen organisatorischen Grundrahmen für internationale und interdisziplinärere Teams und ich unterstütze neben dem klassischen Projektmanagement auch Inspiration und Kreativität, Innovationskultur und Zukunftsmotivation. Denn nur wer Spaß am Innovieren hat, ist zu großartigen und manchmal auch verrückten Leistungen fähig!

4. Worin liegt Ihrer Meinung nach – aus der Perspektive Ihrer Tätigkeit heraus – in der Regel der größte Handlungsbedarf bei Ihren Kunden?

Wer sind „Ihre Kunden“ und was wollen „die“ eigentlich von Ihnen? Diese Frage kann, man mag es kaum glauben, oft nicht beantwortet werden. Kunden kennenlernen, ihre Bedürfnisse von Jetzt und Morgen erkennen, aber auch angrenzende Nutzungsszenarien beim Produkteinsatz analysieren und ernsthaft auf die „wirklichen KUNDEN“ einzugehen, wird sicherlich bisher, provokativ gesagt, nur an der Oberfläche mit Zielgruppenfragmentierung und kleinen Stichproben-Marktforschungen nach der fertigen Produktentwicklung behandelt. Fragen Sie Ihren Kunden, BEVOR Sie beginnen. Das Ergebnis sind treffsichere, akzeptanzwahrscheinlichere, mehrwerterzeugende Produkte mit geringerem Flop-Risiko und vorallem glückliche und markentreue Kunden.

 

Eine zweite Frage, die schnell zu ganz konkreten Handlungsansätzen in der Gegenwart führt, erfahre ich auch oft als noch nicht bewusst ausgeschöpftes Potenzial in dem viele Zukunftschancen schlummern: Was können wir als Unternehmen und was können unsere Technologien, Produkte und Dienstleistungen eigentlich? Meist viel mehr als heute genutzt und in Mehrwert verwandelt wird.

Ein dritter und für mich wesentlicher Aspekt ist MUT. Ich wünsche allen Unternehmern und Unternehmen MUT, um vorauszudenken, MUT, um vorauszugehen und MUT, zu seinen Entscheidungen zu stehen. Und ich wünsche allen Mitarbeitern ein innovationsförderndes und effektives Umfeld in dem sich MUT zu haben, auszahlt.

Ganz nach dem Motto: HANDELN statt REAGIEREN!

5. Woran denken Sie bei den Worten „kurzfristiger Erfolg“ versus „Nachhaltigkeit“?

Ich mag beide Begriffe nicht. Sie sind zu unkonkret und werden inflationär benutzt. Für mich ist entscheidender, welche Vision habe ich von meiner „Zukunft“ und was will ich wie erreichen? Ist das „Große Ganze“ und der grobe dynamische Weg dahin klar, stellt sich beides ein, Quick-Win und nachhaltiger Geschäftserfolg.

6. Haben Sie ein Lebensmotto? Wenn ja, welches?

Geht nicht, gibt’s nicht.

7. Wie sehen Ihre persönlichen Ziele für die nächsten 3 Jahre aus?

In den nächsten drei Jahren wünsche ich mir, dass ich mit der Marketing & Innovation Group als Anbieter von systemisch-strategischem Zukunftsmanagement die wirtschaftliche Relevanz und Sinnhaftigkeit einer proaktiven Zukunftsarbeit in den Köpfen von Entscheidern, seien es gesellschaftliche, politische oder wirtschaftliche, stärker verankern kann. Ich wünsche mir, das dass Thema noch mehr aus der „Spinnerecke“ heraus in das operative Management integriert wird. Die kürzlich erfolgreich gestartete Redneragentur Nextspeaker ist hier sicherlich ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung.

Ich persönlich freue mich darauf, Themen wie „Gender Marketing“ oder „Demographischer Wandel als Chance“ weiter voran zu bringen. Dies sind die relevanten Kunden von morgen, mit denen die gemeinsame Arbeit an Ideen für ein Morgen besonders effektiv und mit viel Freude verbunden ist. Das Potenzial für neue Produkte und Dienstleistungen allein in diesem Kontext ist noch enorm und wird von den meisten Firmen noch gar nicht oder sehr stiefmütterlich behandelt.

Und für mich ganz persönlich sehe ich meine Hauptaufgabe in den nächsten 3 Jahren relativ klar … Weitermachen!

Vielen Dank Frau Popp für das Gespräch und die interessanten Einsichten in Ihr Wirken.

 

Das Interview führte Oliver Foitzik (Herausgeber AGITANO / Geschäftsführer FOMACO GmbH).

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.