Kolumnen

Klimaforscher: Dramatischer Appell der Wissenschaft

"Die Botschaft der Wissenschaft ist eindeutig", sagt der Potsdamer Klimaforscher und Kanzlerin-Berater Joachim Schellnhuber: "Für die Politik gibt es keine Ausreden mehr". Drei Tage lang trugen 2.500 Wissenschaftler aus aller Welt die neuesten Erkenntnisse zum Klimawandel in Kopenhagen zusammen.

 

Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen: Der Klimawandel schreitet noch schneller und härteer voran als bisher gedacht. Der Weltklimarat ging in seinem jüngsten Sachstandsbericht von 2007 etwa noch von einem Anstieg des Meersspiegels um bis zu 60 Zentimetern bis zum Ende des Jahrhunderts aus. Neue Erkenntnisse weisen darauf hin, dass bereits bis 2050 ein Anstieg um einen Meter oder mehr möglich ist. Klimawissenschaftler aus 80 Ländern waren Anfang März auf einer dreitägigen Konferenz in Kopenhagen zu dem Schluss gekommen, dass bis 2100 der  Anstieg des Meeressspegels um 75 bis 190 Zentimeter real sein wird.  600 Millionen Menschen, aus Küstenregionen wären davon bedroht.

 

In der neuen Studie wird das verstärkte Abschmelzen der Polarkappen berücksichtigt, die prognostizierten Temperaturentwicklungen sind gleich geblieben. "Der Welt bleibt nur noch wenig Zeit", warnte Friedensnobelpreisträger und Chef des Weltklimarats, Rajendra Pachauri. Der deutsche Klimawissenschaftler Stefan Rahmsdorf vom Potsdamer Institut für Klimaforschung sagte, dass selbst bei günstigstem Szenario, also bei einer erheblichen Senkung der Treibhausgasemissionen, ein Anstieg um etwa einen Meter nicht zu verhindern sei.

 

"Die schlimmsten Prognosen des Weltklimarats werden sich bewahrheiten", heißt es in der Schlusserklärung der Konferenz der Wissenschaft. Alle Gesellschaften würden schon von geringen Klimaveränderungen empfindlich getroffen. Besonders gefährdet seien jedoch vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer. Eine Erwärmung von mehr als zwei Grad sei "schwer zu verkraften": Maßnahmen gegen den Klimawandel müssten daher nachhaltig, effektiv und vor allem schnell erfolgen.

 

"Wir müssen nicht nur die Folgen einer Erwärmung von zwei Grad erklären, sondern auch laut und deutlich sagen, was fünf Grad bedeuten", sagt der britsche Ökonom Nicholas Stern. Für die Wirtschaft könne in der Klimakrise jedoch auch eine Chance liegen, so Stern: Staatliche Förderprogramme eröffneten gigantische Investitionsmögichkeiten für eine grüne Infrastruktur.

 

Für den britischen Klimaforscher Terry Barker von der Universität Cambridge sind die düsteren Prognosen der aktuellen Forschung ein Anstoß zur rechten Zeit: "Die aktuelle Finanzkrise könnte für die Klimakrise zum Vorteil werden", so Barker. Würden alle G20-Staaten auf einen "green deal" setzen, könnte das die Weltwirtschaft entscheidend stärken. Nationale grüne Investitionsprogramme müssten jedoch global koordiniert werden.

 

Im Juni sollen die Ergebnisse der Konferenz veröffentlicht werden und Entscheidungsgrundlage für den UN-Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen sein, bei dem ein internationales Abkommen zum Klimaschutz beschlossen werden soll.

 

Quelle: Sonnenseiten-Newsletter www.sonnenseite.com
 

"Die Botschaft der Wissenschaft ist eindeutig", sagt der Potsdamer Klimaforscher und Kanzlerin-Berater Joachim Schellnhuber: "Für die Politik gibt es keine Ausreden mehr". Drei Tage lang trugen 2.500 Wissenschaftler aus aller Welt die neuesten Erkenntnisse zum Klimawandel in Kopenhagen zusammen.

 

Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen: Der Klimawandel schreitet noch schneller und härteer voran als bisher gedacht. Der Weltklimarat ging in seinem jüngsten Sachstandsbericht von 2007 etwa noch von einem Anstieg des Meersspiegels um bis zu 60 Zentimetern bis zum Ende des Jahrhunderts aus. Neue Erkenntnisse weisen darauf hin, dass bereits bis 2050 ein Anstieg um einen Meter oder mehr möglich ist. Klimawissenschaftler aus 80 Ländern waren Anfang März auf einer dreitägigen Konferenz in Kopenhagen zu dem Schluss gekommen, dass bis 2100 der  Anstieg des Meeressspegels um 75 bis 190 Zentimeter real sein wird.  600 Millionen Menschen, aus Küstenregionen wären davon bedroht.

 

In der neuen Studie wird das verstärkte Abschmelzen der Polarkappen berücksichtigt, die prognostizierten Temperaturentwicklungen sind gleich geblieben. "Der Welt bleibt nur noch wenig Zeit", warnte Friedensnobelpreisträger und Chef des Weltklimarats, Rajendra Pachauri. Der deutsche Klimawissenschaftler Stefan Rahmsdorf vom Potsdamer Institut für Klimaforschung sagte, dass selbst bei günstigstem Szenario, also bei einer erheblichen Senkung der Treibhausgasemissionen, ein Anstieg um etwa einen Meter nicht zu verhindern sei.

 

"Die schlimmsten Prognosen des Weltklimarats werden sich bewahrheiten", heißt es in der Schlusserklärung der Konferenz der Wissenschaft. Alle Gesellschaften würden schon von geringen Klimaveränderungen empfindlich getroffen. Besonders gefährdet seien jedoch vor allem Entwicklungs- und Schwellenländer. Eine Erwärmung von mehr als zwei Grad sei "schwer zu verkraften": Maßnahmen gegen den Klimawandel müssten daher nachhaltig, effektiv und vor allem schnell erfolgen.

 

"Wir müssen nicht nur die Folgen einer Erwärmung von zwei Grad erklären, sondern auch laut und deutlich sagen, was fünf Grad bedeuten", sagt der britsche Ökonom Nicholas Stern. Für die Wirtschaft könne in der Klimakrise jedoch auch eine Chance liegen, so Stern: Staatliche Förderprogramme eröffneten gigantische Investitionsmögichkeiten für eine grüne Infrastruktur.

 

Für den britischen Klimaforscher Terry Barker von der Universität Cambridge sind die düsteren Prognosen der aktuellen Forschung ein Anstoß zur rechten Zeit: "Die aktuelle Finanzkrise könnte für die Klimakrise zum Vorteil werden", so Barker. Würden alle G20-Staaten auf einen "green deal" setzen, könnte das die Weltwirtschaft entscheidend stärken. Nationale grüne Investitionsprogramme müssten jedoch global koordiniert werden.

 

Im Juni sollen die Ergebnisse der Konferenz veröffentlicht werden und Entscheidungsgrundlage für den UN-Klimagipfel im Dezember in Kopenhagen sein, bei dem ein internationales Abkommen zum Klimaschutz beschlossen werden soll.

 

Quelle: Sonnenseiten-Newsletter www.sonnenseite.com
 

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