Kolumnen

Klimakonferenzen sind irreparable Vehikel

Alle Jahre wieder kommt sie auf uns nieder, die große Klimakonferenz. Was 1992 in Rio de Janeiro begann, scheiterte bereits mehr als ein Dutzend mal -vergangenes Jahr besonders schwer im dänischen Kopenhagen -und heuer mit Sicherheit wieder im mexikanischen Cancun. Ein Kommentar von Hans Kronberger

 

Nach jeder Konferenz ist die Welt auch um ein Stückchen Hoffnung ärmer.

 

Es ist ein fragwürdiges Konzept, Staatschefs aus der ganzen Welt zusammenzuholen, die einander beweisen, dass sie weder fähig noch Willens sind, einen gemeinsamen Ansatz zur Stabilisierung des Weltklimas zustande zu bringen.

 

Diese Klimakonferenzen sind irreparable Vehikel. Es ist an der Zeit, sie zu entsorgen.

 

Blick durchs Ofenrohr

 

Die isolierte Perspektive auf den CO 2-Ausstoß als weltweites Bedrohungsszenario für den Planeten Erde ist ohnehin nur ein Blick durch das Ofenrohr.

 

Die temporäre Reduktion des CO 2 Ausstoßes und der Ablasshandel mit Verschmut zungszertifikaten ist bestenfalls der Weisheit vorletzter Schluss. Hier wedelt der Schwanz mit dem Hund.

 

Labiles Sozialgefüge

 

Die exzessive Verbrennung fossiler Energieträger hat die Erdatmosphäre mit Klimagasen angereichert.

 

Die Beschaffung dieser Energieträger war und ist der Grund für militärische Interventionen. Die sich abzeichnende Verknappung birgt gigantische Gefahren für das ohnehin labile Sozialgefüge am Planeten.

 

Es ist undenkbar, dass die verbliebenen Restressourcen friedlich verteilt werden. Die Abhängigkeit der Volkswirtschaften der Nutzerländer gegenüber den Lieferländern hat sich dramatisch verschärft; in der Europäischen Union in den vergangenen zehn Jahren gleich von 50 auf 60 Prozent.

 

Wenn das aktuelle Energienutzungssystem die Ursache nicht nur des Klimaproblems ist, sondern auch eine fulminante Bedrohung des gesamten Wirtschaftsund Sozialgefüges ist, warum dann nicht gleich das Übel an der Wurzel packen und ein tragfähiges Zukunftssystem schaffen?

 

Kopernikanische Wende

 

Eine kopernikanische Energiewende, die die Sonne -und nicht die Erde-in den Mittelpunkt der Energiebeschaffung stellt, würde nicht nur das Emissionsproblem lösen, sondern soziale Konflikte sowohl in den Entwicklungs- als auch in den Schwellenländern entschärfen. Für die Industrienationen ist die Stillung ihres Energiehungers ohnehin längst zur Existenzgrundlage geworden.

 

Kreatives Potenzial

 

Wenn überhaupt, so braucht der Planet Energiekonferenzen mit grundsätzlich kreativen Teilnehmern, statt "selten kreativen" Merkels (Anm.: Angela, deutsche Bundeskanzlerin) oder noch weniger kreativen US-Amerikanern, und er braucht jährliche Fortschrittsberichte. Also einen großen Wurf statt kleinem Gezänk.

 

Quelle: © Franz Alt 2010

 

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