Kolumnen

Klimawandel – Sind wir noch zu retten?

18 Wissenschaftler der Meeresspiegel-Arbeitsgruppe des Weltklimarats der UNO streiten sich zurzeit um den nächsten Bericht über den Zustand des Weltklimas. Hauptstreitpunkt ist der Anstieg des Meeresspiegels bis 2100. Die bisherigen Ergebnisse weichen um über fünf Meter voneinander ab.

Der letzte UNO-Klimareport sagte im Jahr 2007 einen Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 59 Zentimeter bis zum Jahrhundertende voraus. Doch inzwischen prognostizieren die meisten Forscher weit höhere Zahlen. Die extremste Studie des US-Wissenschaftlers James Hansen prophezeit einen Anstieg um fünf Meter. Schon bei einem Anstieg von nur einem Meter wären 146 Millionen Menschen betroffen. So viele leben weniger als einen Meter über dem Meer. Die meisten Millionenstädte der Welt liegen direkt am Meer – wie Tokio und Shanghai, Hongkong und Kalkutta, Dacca und Mumbay, Kairo und Tunis, Rio und Buenos Aires.

Auch der deutsche Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut sieht einen beschleunigten Anstieg, vor allem seit 1993.

Fast alle Wissenschaftler sind sich darin einig, dass der Meeresspiegel-Anstieg im Wesentlichen durch das Schmelzen des Grönland-Eises bewirkt wird. Doch diese Eisschmelze ist wissenschaftlich erst wenig verstanden. Deshalb auch die großen Differenzen bei den Vorhersagen. Fest steht, dass sich die Nordpol-Region doppelt so schnell aufheizt wie der übrige Planet. Im hohen Norden schmilzt den Eisbären das Eis unter den Tatzen weg.

Die 18 Wissenschaftler müssen sich auf einen Maximal- und einen Minimalwert einigen. Diese Werte, hinter denen auch sehr verschiedene Interessen stehen, sind dann die entscheidenden Zahlen im nächsten Weltklima-Report 2013. Im letzten Report hatten etwa 2.000 Wissenschaftler im Auftrag der UNO prognostiziert, dass zur Rettung des Weltklimas nur noch 14 Jahre verbleiben. Das war vor vier Jahren. Passiert ist seither zugunsten des Klimas so gut wie nichts. Sind wir noch zu retten?

 

Quelle: © Franz Alt 2011

 

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