Wirtschaft

Kodak ist pleite und will sich in der Insolvenz sanieren

Der Fotopionier Kodak zollt der digitalen Fotografie Tribut und begibt sich in den Gläubigerschutz. Das US-Unternehmen hatte die analoge Fotografie entscheidend mitgeprägt: 1888 hat Kodak die erste Kamera für Endverbraucher auf den Markt gebracht. Der Kamerapionier hat jedoch die Umstellung auf die digitale Fotografie verschlafen und in den letzten Jahren Verluste angehäuft. Zuletzt war wiederholt über eine Insolvenz spekuliert worden.

Das US-amerikanische Insolvenzverfahren unterscheidet sich dabei deutlich von dem deutschen: Die Vereinigten Staaten haben zwei unterschiedliche Insolvenzverfahren, die nach den jeweiligen Kapiteln des US-Konkursrechts als Chapter 7 und Chapter 11 bezeichnet werden. Das Chapter-7-Verfahren hat die Liquidierung eines bankrotten Unternehmens zum Ziel. Das Chapter-11-Verfahren hingegen ist eher ein Sanierungsverfahren unter gerichtlicher Aufsicht, oberste Priorität hat dabei der Erhalt des Unternehmens. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zum deutschen Insolvenzrecht: Beispielsweise gibt es keinen Insolvenzverwalter, stattdessen behält das bisherige Management fast immer die Kontrolle über das Tagesgeschäft, ist aber teilweise auf die Genehmigung seitens des zuständigen Gerichts angewiesen. Dem Schuldner wird dabei ein zeitlicher Schutz vor den Gläubigern gewährt, um sich zu sanieren.

Diesen Gläubigerschutz will nun auch Kodak nutzen, um sich neu aufzustellen. Mit der US-Großbank Citigroup wurde bereits eine Finanzierung über 950 Millionen Dollar vereinbart. Zudem soll ein Paket aus rund 1.100 Patenten veräußert werden, um sich das dringend benötigte frische Kapital zu besorgen.

(mb)

 

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