Kolumnen

Kommt das Ein-Liter-Auto?

Vor 18 Jahren schon hatte der damalige VW-Chef Ferdinand Piech angekündigt: „Nach dem Drei-Liter-Auto kommt das Ein-Liter-Auto.“ 2002 wurde dann das Ein-Liter-Auto der Öffentlichkeit präsentiert – aber kaufen konnte man es immer noch nicht. Sogar die Produktion des Drei-Liter-Autos „Lupo“ wurde vor einigen  Jahren wieder eingestellt. Beide Spar-Autos stehen heute im Museum in Wolfsburg. Das hilft dem Klima und der Umwelt gar nicht.

 

Doch jetzt hat VW schon wieder mit einer vollmundigen Erklärung und einer schicken Präsentation die Öffentlichkeit überrascht. Ausgerechnet im Ölscheichtum Katar wurde die neueste Version eines Ein-Liter-Autos vorgestellt.

 

Und alle Zeitungen zeigen das neue Super-Öko-Auto. Schaut her, was unsere Techniker alles können – lullt Volkswagen wieder einmal die Öffentlichkeit ein.

 

Der neue XL1 ist ein Hybrid-Auto. Es soll 35 Kilometer rein elektrisch fahren, ist aus Leichtmetall gebaut und verbraucht nach VW-Angaben nur 0.9 Liter Benzin für 100 Kilometer. Die Sparlimousine bläst nur 24 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft.

 

Das ist noch ein Siebtel dessen, was ein deutscher PKW sonst im Schnitt raus pustet.

 

Viele Umweltfreunde jubeln jetzt wieder: Das Öko-Auto ist da!

 

Das ist richtig. Nur: Man kann es immer noch nicht kaufen.

 

VW sagt: Ab 2013 geht der XL1 in Serie. Doch wer nachfrägt, erfährt, dass pro Jahr nur 300 Stück gebaut werden sollen.

 

20 Jahre Ankündigungen – und dann dieses Ergebnis, wenn überhaupt. Das klingt eher nach Öko-Schnickschnack und grüner Propaganda als nach dem ernsten Willen, der erste grüne Autobauer der Welt zu werden.

 

Wieder einmal ist bewiesen: Deutschland hat überhaupt keine Erkenntnis-Probleme, aber riesige Umsetzungsprobleme.

 

Quelle: © Franz Alt 2011

 

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