Deutschland

Konjunkturbarometer für gebrauchte Nutzfahrzeuge und Trucks: Ausblick ist positiv

Der Handel mit gebrauchten Nutzfahrzeugen verlief im zweiten Halbjahr 2012 generell gut, die meisten Händler zeigen sich zufrieden. Auch der Ausblick ist positiv, viele Händler gehen davon aus, ihre Margen halten oder sogar steigern zu können. Allerdings ist es für die Unternehmen wichtig, in das Ausland zu verkaufen: 39 Prozent der Fahrzeuge werden exportiert. Der Fahrzeugmarkt ist ein fester Bestandteil der Berichterstattung in den Wirtschaftsmedien. Allerdings konzentrieren sich die Nachrichten fast ausschließlich auf den Pkw-Markt. Dies ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass die Automobilindustrie für Deutschland enorm wichtig ist. Zahlreiche Hersteller und Zulieferer sind in der BRD ansässig und beschäftigen direkt sowie auch indirekt große Teile der Bevölkerung. Allerdings ist der Fahrzeugmarkt deutlich größer, er umfasst unter anderem auch Nutzfahrzeuge. Marktzahlen aus diesem Bereich werden vergleichsweise selten veröffentlicht, was im Grunde unverständlich ist. Immerhin spielen Nutzfahrzeuge aus wirtschaftlicher Sicht ebenfalls eine bedeutende Rolle. Der Markt ist groß, Millionen von Nutzfahrzeugen sind bei deutschen Unternehmen zugelassen.

Konjunkturbarometer für den Handel mit Nutzfahrzeugen

Die Betreiber der Fahrzeugbörse Autoscout24 kennen den Markt der Nutzfahrzeuge mittlerweile sehr gut und legten deshalb das so genannte Konjunkturbarometer für Trucks auf. Es soll halbjährlich veröffentlicht werden und über die wirtschaftliche Stimmung im Nutzfahrzeughandel bekanntgeben. Im Wesentlichen informiert das Konjunkturbarometer Trucks darüber, wie es um die Zufriedenheit der Händler gebrauchter Nutzfahrzeuge bestellt ist. Die neuesten Daten des Barometers wurden erst kürzlich veröffentlicht. Die Daten beziehen sich auf das zweite Halbjahr 2013 und basieren auf der Auswertung einer Befragung. Insgesamt wurden 300 in Deutschland ansässige Nutzfahrzeughändler befragt, von denen 150 als markengebundene Händler agieren, die restlichen 150 hingegen als freie Anbieter.

Zufriedenheit der Händler

Aus der ersten Befragung der Händler ging hervor, dass diese mit der gegenwärtigen Marktsituation im Allgemeinen zufrieden sind. 47 Prozent der Markenhändler gaben an, zufrieden zu sein. Bei den freien Händlern gaben 44 Prozent eine solche Antwort. Im Durchschnitt waren fünf Prozent der Händler sogar sehr zufrieden, lediglich ein Drittel von ihnen zeigte sich unzufrieden. Eine wichtige Kennzahl im Handel mit Fahrzeugen ist die hierbei erzielte Marge. Im Durchschnitt gaben 39 Prozent der Nutzfahrzeughändler an, mit ihren Margen zufrieden zu sein. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Markenhändlern und den freien Händlern. Während bei den Markenhändlern ganze 44 Prozent Zufriedenheit zeigen, sind bei den freien Händlern nur 35 Prozent zufrieden. Besser fielen die Antworten zur Auftragslage aus. Hier zeigte sich mehr als die Hälfte der Händler im Durchschnitt zufrieden. Ganze 52 Prozent der befragten Betriebe gaben an, zufrieden zu sein – weitere fünf Prozent sind sogar sehr zufrieden. Zugleich wurde die Auftragslage von weiteren 21 Prozent der Befragungsteilnehmer als neutral bewertet. 18 Prozent gaben wiederum an, weniger zufrieden zu sein und drei Prozent sind sogar äußerst unzufrieden.

Nutzfahrzeughändler blicken zuversichtlich in die Zukunft

Beim Ausblick auf die kommenden Monate zeigen sich die Händler generell zuversichtlich. Immerhin rechnen im Durchschnitt 56 Prozent der Händler mit konstanten Margen, acht Prozent sogar mit steigenden Margen. Allerdings zeigen die Markenhändler mehr Optimismus, immerhin rechnen zehn Prozent mit anziehenden Margen, bei den freien Händlern sind es hingegen nur fünf Prozent. Mit rückläufigen Margen rechnen bei den Markenhändlern lediglich 22 Prozent, bei den freien Händlern sind es ganze 31 Prozent (vergleiche hierzu auch die Sonderauswertung der Global Pricing Study der Strategieberatung Simon-Kucher & Partners: Preise in der Logistik – Der Druck wächst).

Daten zum Fahrzeugabsatz

Im Durchschnitt verweilen gebrauchte Nutzfahrzeuge bei den Händlern 74 Tage lang. Allerdings liegt die so genannte Standzeit bei den kleinen Händlern deutlich höher als bei den großen. Kleine Händler kommen auf eine durchschnittliche Standzeit von 81 Tagen, bei den großen Händlern sind es hingegen nur 63 Tage. Beim Absatz sind die freien Händler stärker, sie verkaufen im Durchschnitt 74 Fahrzeuge pro Halbjahr, die Markenhändler kommen auf 62 Fahrzeuge. Der Durchschnittswert beläuft sich auf 68 gebrauchte Nutzfahrzeuge pro Halbjahr. Für die Händler spielt außerdem der Absatz in das Ausland eine wichtige Rolle. Immerhin gehen rund 39 Prozent der Bestandsfahrzeuge in das Ausland. Hierbei ist es jedoch so, dass die großen und freien Händler den Ton angeben. Freie Händler setzen rund 53 Prozent ihrer Fahrzeuge in das Ausland ab, die großen Händler 50 Prozent. Bei kleineren Händlern beläuft sich der Exportanteil jedoch nur auf 32 Prozent. Die größten ausländischen Abnehmer befinden sich allesamt in Osteuropa. 42 Prozent der Gebrauchtfahrzeuge gehen nach Polen, anschließend folgt Russland mit 37 Prozent. Auf dem dritten Platz landet die Ukraine, die immerhin noch 19 Prozent der Fahrzeuge abnimmt.

(mb)

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Marc Brümmer

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