Energie & Umwelt

Konstanter Biokraftstoff-Anteil an der globalen Getreideernte

Trotz steigender Nutzung verbleibt der Anteil von Biokraftstoff an der Nutzung der Weltgetreideernte weiterhin bei 6 Prozent. Zu dieser Einschätzung gelangt der als Weltgetreiderat bekannte International Grains Council (IGC). Grundlage für diese Entwicklung sind gute Getreideernten in wichtigen Anbauländern.

Biokraftstoff ist nicht gleich Biokraftstoff

Reichweitenvergleich Biokraftstoffe
* Die Energiebilanz und Reichweite von Rapsöl, Biodiesel und Bioethanol kann durch die Verwertung von Reststoffen der Produktion (Rapskuchen, Schlempe, Stroh), aus denen Biomethan gewinnbar ist, verbessert werden (Quelle: Deutsche-Energie-Agentur)

Biokraftstoffe gelten (neben der Senkung des Kraftstoffverbrauchs und erneuerbarer Elektromobilität) für viele als einer der wichtigsten Faktoren für die Umsetzung der Energiewende im Verkehrssektor. Auch in Deutschland haben Kraftstoffe aus Biomasse einen wachsenden Anteil am Verbrauch. Doch Biokraftstoff ist nicht gleich Biokraftstoff. Vergleicht man die Effizienz der verschiedenen Biokraftstoffe miteinander, zeigen sich zum Beispiel bezüglich der Reichweite deutliche Unterschiede. So schneiden Rapsöl, der in Deutschland überwiegend verwendete Biodiesel und Bioethanol aus Rapssaat bzw. Getreidekörnern deutlich schlechter ab als Biomethan oder synthetische Kraftstoffe aus Biomasse, den sogenannten Biomass-to-Liquid-Kraftstoffen (BtL) (s. Abb.).

Trotz steigender Nutzung weiterhin konstanter Biokrafstoff-Anteil

Schätzungen des International Grains Council (IGC) zufolge werden im Wirtschaftsjahr 2013/14 rund 149 Millionen Tonnen Getreide für die Biokraftstoffnutzung verwendet. Das sind knapp 9 Millionen Tonnen oder 6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dennoch soll der Anteil von Biokraftstoffen an der Nutzung der Weltgetreideernte mit rund 6 Prozent weitgehend konstant bleiben (s. Abb, unten).

Möglich sei das durch gute Ernten. So rechnet man für das Wirtschaftsjahr 2013/14  an den Agrarmärkten mit Überschüssen, die verstärkt auch zur Herstellung von Biokraftstoffen verwendet werden können. So rechnet die UN-Landwirtschaftsorganisation (FAO) 2013/14 mit einer Steigerung der Weltgetreideproduktion um 7 Prozent auf 2,479 Millionen Tonnen. Der globale Getreideverbrauch soll sich lediglich um gut 3 Prozent auf 2,415 Millionen Tonnen erhöhen.

Für die Ernährung der Weltbevölkerung wäre somit ausreichend Getreide vorhanden, während gleichzeitig der Bedarf der Biokraftstoffwirtschaft gedeckt werden kann, so die Schlussfolgerung des IGC.

(cs)

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Hintergrundinformationen:

Biokraftstoffanteil am globalen Getreideverbrauch
Prognose des globalen Getreideverbrauchs 2013/14 (Quellen: FAO / IGC)

Getreide wird im Biokraftstoffbereich für die Herstellung von Bioethanol benötigt, das dem Benzin beigemischt wird oder auch mit Anteilen von 85 Prozent als Kraftstoff unter dem Namen E85 vermarktet wird. In Deutschland wird Ethanol vor allem in der Beimischung im Kraftstoff E10 eingesetzt, während E85 ein Nischenprodukt ist. Anders sieht es beispielsweise in Brasilien aus, wo sogenannte Flex-Fuel-Pkw (FFV), die mit wechselnden Kraftstoffmischungen betrieben werden können, weitaus stärker verbreitet sind als hierzulande (Quelle: www.unendlich-viel-energie.de).

Christoph Schroeder

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