Wirtschaft

Kritik an Arbeitslosenstatistik – Schönrechnerei in der Arbeitsmarktpolitik

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist 2011 kaum zurückgegangen. Dies geht aus einer Anfrage der Linkspartei im Bundestag hervor. Demnach wurden 1,4 Millionen Langzeitarbeitslose, die in 2011 offiziell einen Job fanden, in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit in 2011 nicht mehr geführt, obwohl nur knapp 15% von ihnen tatsächlich eine Festanstellung erhalten haben. 35% tauchen beispielsweise in der Statistik nicht mehr auf, da sie wegen Krankheit als arbeitsunfähig galten. 11% wurden wegen „fehlender Verfügbarkeit oder Mitwirkung“ nicht mehr als jobsuchend geführt. Das passiert, wenn Termine verpasst wurden und das Arbeitslosengeld (ALG) I gesperrt oder ALG II (Hartz IV) gestrichen wird. Weitere 23% wiederum erhalten arbeitsmarkpolitische Maßnahmen wie Lohnkostenzuschüsse, Ein-Euro-Jobs oder eine Umschulung.

Durch die „Praxis der Schönrechnerei in der Arbeitsmarktpolitik“ sank die Zahl der Langzeitarbeitslosen zum Stichtag Dezember 2011 auf 936.000 Personen, das entspricht 35% aller Erwerbslosen. Der EU-Durchschnitt beträgt 42%.

(mb)

 

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