Wirtschaft

Kroatien vermutlich 2013 das 28. EU-Mitglied: Makroökonomische Daten

EU-Außenminister beraten am heutigen Montag über den Stand der EU-Beitrittsverhandlungen Kroatiens. Derzeit wird von einem Beitritt zum 1. Juli 2013 ausgegangen. Von den 35 Beitrittsverhandlungsbereichen sind gegenwärtig noch fünf Kapitel offen: „Justiz und Grundrechte“, „Wettbewerb“, „Fischerei“, „Budgetplanung“ und „Sonstiges“. Die Beitrittsverhandlungen sollen nach dem Wunsch Kroatiens noch im Juni abgeschlossen werden – Unterstützung findet dies vor allem bei den Nachbarn Ungarn, Österreich und der Slowakei. Im Kapitel Wettbewerb geht es vornehmlich um die Subventionen für die Schiffswerften, im Kapitel Fischfang um den Grenzstreit mit dem EU-Mitglied Slowenien. Die beiden benachbarten aus dem Zerfall Jugoslawiens hervorgegangenen Staaten streiten sich um den Grenzverlauf in einer fünf Kilometer durchmessenden Bucht. Slowenien hat deswegen den ursprünglich bereits für 2010 anvisierten Beitritt Kroatiens jahrelang blockiert. Kroatien wies zwischen 2004-2008 ein konstantes Wachstum von durchschnittlich 4,2 Prozent auf. Im Krisenjahr 2009 gab es einen Einbruch um -5,8 Prozent. Für 2011 wird wieder ein Wachstum von 2,0 Prozent erwartet. Die Staatsschulden lagen Ende 2010 mit 46 Milliarden Euro bei 42 Prozent des BIP und damit unterhalb der Maastrichtkriterien. Das Haushaltsdefizit betrug 2010 4,7 Prozent des BIP und soll in den nächsten zwei Jahren halbiert werden.  Für zehnjährige Anleihen wurden zuletzt im März  6,375 Prozent Zinsen fällig. Die Arbeitslosigkeit betrug 2008 rund 8,4 Prozent. Laut der Statistikbehhörde Eurostat liegt das durchschnittliche BIP pro Kopf mit 10.232 Euro für das Jahr 2009 bei 64 Prozent des EU-Durchschnitts. Damit schneidet Kroatien besser ab als die sieben EU-Mitgliedsstaaten Ungarn (63%), Estland (62%), Polen (61%), Litauen (53%), Lettland (49%), Rumänien (45%) und Schlusslicht Bulgarien (41%). Rund ein Fünftel der Wertschöpfung des Landes erwirtschaftet der Tourismussektor mit Einnahmen von rund 6,4 Milliarden Euro.

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