Wirtschaft

Krupp feiert sein 200-jähriges Bestehen

Der Essener Stahlgigant Krupp hat am 20. November mit einem großen Festakt in der legendären Villa Hügel sein 200-jähriges Bestehen gefeiert. Auf die Frage, „wie kann ein Unternehmen 200 Jahre überleben?“ antwortete Gerhard Cromme, ThyssenKrupp-Aufsichtsratschef und designierter Nachfolger an der Spitze der Stiftung: Mit den langfristigen Perspektiven, die das Management vor allem dank der Krupp-Stiftung als ruhendem Aktionärs-Anker entwickeln könne. Und mit der Ausrichtung des Unternehmens auf das Gemeinwohl, die erst den Balance-Akt zwischen Stabilität und unternehmerischem Mut ermögliche. „Was heute gelingen soll, braucht ein verlässliches Gestern und ein optimistisches Morgen.“

Die Festreden zu Ehren von Deutschlands einst größten Konzern hielt vor 100 Jahren noch der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. Und vor 50 Jahren dann der erste deutsche Bundespräsident Theodor Heuss. Die jetzige Rede hielt Bundespräsident Christian Wulff. Er erinnerte an die Krankenversicherung, die Krupp schon 1836 fast zeitgleich mit Betriebsrenten, Kindergärten und Schulen für die Beschäftigten eingeführt hat. Dies sei Teil der bei Krupp bis heute gepflegten Kombination von Profitstreben und sozialer Verantwortung, die später in der Übertragung des Kruppschen Vermögens auf eine gemeinnützige Stiftung gipfelte. Der scheidende Stiftungspräsident Berthold Beitz (98): „Der moralische Kapitalismus muss die Grundlage unseres wirtschaftlichen Handelns sein.“

Vor zwölf Jahren fusionierte das Unternehmen mit dem Konkurrenten Tyssen zu Thyssen-Krupp. Der Stahlkonzern setzte 2010 rund 42,6 Milliarden Euro um, das Ergebnis nach Steuern belief sich auf 927 Millionen Euro.

Einige andere Schwergewichte der deutschen Wirtschaft wurden von ihren Gründern/Verantwortlichen ebenfalls in eine Stiftung überführt, um das Erarbeitete über die Generationen hinweg zu sichern und eine funktionierende Symbiose mit der Belegschaft und dem Gemeinwesen sicherzustellen. Die wichtigsten Unternehmensstiftungen in Deutschland mit gemeinnützigen Ausgaben (für das Jahr 2006): Robert-Bosch-Stiftung 72,63 Mio. Euro, Bertelsmann-Stiftung 60,88 Mio. Euro, Software-AG-Stiftung 30,56 Mio. Euro, Gemeinnützige Hertie-Stiftung 27,00 Mio. Euro, Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius 25,83 Mio. Euro, Alfried-Krupp-von-Bohlen-und-Halbach-Stiftung 25,17 Mio. Euro, Fritz-Thyssen-Stiftung 21,92 Mio. Euro, Dietmar-Hopp-Stiftung 20,00 Mio. Euro, Körber-Stiftung 14,20 Mio. Euro und Deutsche-Telekom-Stiftung 11,80 Mio. Euro (Quelle: Bundesverband Deutscher Stiftungen), sowie viele weitere bedeutende Stiftungen. Ihr Engagement ist bedeutend: Allein die zehn größten Unternehmensstiftungen haben 2006 zusammen rund 300 Millionen Euro für gemeinnützige Arbeit ausgegeben. Mit der Bosch-Stiftung und der Bertelsmann-Stiftung zählen auch Unternehmen dazu, die höchst profitabel Weltmarktführer ihrer Branche sind und gleichzeitig ihre soziale Verantwortung wahrnehmen, ohne auf Lohn- und Sozialdumping zurückgreifen zu müssen.

 

 

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