Panorama

LandsAid unterstützt Gesundheitsstation in Gambia

startsocial und AGITANO präsentieren die Stipendiaten 2009:

 

„Wir haben inzwischen 100 Patienten jeden Tag“ – Hilfsorganisation LandsAid e.V. unterstützt Gambia-Afrika-Hilfe-Verein mit Entsendung von Medizinern

 

In den Monaten der Regenzeit seit Ende Juni hat sich die Patientenzahl im gambischen Manduar um fast 70 Prozent erhöht. Die Rate der drei häufigsten Krankheiten nahm drastisch zu: Malaria um 95 Prozent, Haut- und Wundinfektionen sogar um 110 Prozent. Das zeigt der Bericht, den der Tübinger Arzt Simon Reichenauer jetzt zum Abschluss seines dreimonatigen Einsatzes in einer kleinen Gesundheitsstation im Westen Afrikas für die Hilfsorganisation LandsAid e.V. fertig stellte. Und die Zahlen steigen weiter. „Im Moment haben wir jeden Tag ungefähr 100 Patienten“, kommt die Nachricht direkt aus Gambia. „Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit der Gesundheitsstation in diesem Gebiet“, sagt LandsAid-Projektleiter Michael Prestele, der die Station 2008 selbst besuchte.

 

Die kleine Gesundheitsstation der Hohberger Gambia-Afrika-Hilfe von Dr. Gerhard Lemp und seiner Frau Ruth Heinz wird zu über 85 Prozent von der Bevölkerung Manduars genutzt. Auch Erkrankungen wie Diabetes und Herzerkrankungen sind auf dem Vormarsch. Die unbefestigte Piste, die Manduar mit der nächstgrößeren Stadt Brikama verbindet, wird in der Regenzeit teilweise unpassierbar. Das Dorf mit seinen etwa 2.000 Einwohnern zeitweise von der Umwelt abgeschnitten. Knapp 7.000 Patienten kamen im Jahr 2008 zur Behandlung in die Krankenstation. Im selben Jahr konnte zum ersten Mal zwölf Monate durchgearbeitet werden. Seit Anfang dieses Jahres wird sie von einem sehr engagierten Krankenpfleger geleitet, insgesamt vier Angestellte arbeiten in der Praxis.

 

Im März entsandte LandsAid bereits den Kasseler Arzt Dr. Ralf Piechotta zur Unterstützung des dortigen Teams nach Gambia. Er arbeitete sich schnell und zielgerichtet ein und konnte so innerhalb kürzester Zeit seine volle Arbeitskraft einsetzen. „Dabei hat mir auch die gute Vorbereitung durch die beiden Outdoor-Seminare von LandsAId sehr geholfen“, berichtet Dr. Piechotta (mehr dazu unter www.landsaid.org/de/seminarangebot/ausbildung.html).

 

Am 2. Mai folgte der Tübinger Arzt Dr. Simon Reichenauer, der drei Monate lang für LandsAid in Manduar blieb. . Ein Schwerpunkt der Ambulanz ist die Wundversorgung. Daneben werden die Menschen über Mangelernährung, Hygiene und ansteckende Krankheiten aufgeklärt. „Eine wichtige Säule ist die Gesundheitserziehung“, weiß Michael Prestele. „Durch eine verbesserte Vorsorge kann vielen Infektionen entgegen gewirkt werden.“

 

Neben seiner wichtigen Arbeit als Arzt hat Dr. Reichenauer unter anderem die bereits beantragte Registrierung der Ambulanz bei der Regierung mit einer verbesserten Dokumentation der Patientenbesuche vorangetrieben. „Mit erfolgreicher Registrierung können dringend benötigte Gelder zum Beispiel für Impfprogramme beantragt werden“, weiß Simon Reichenauer.

 

Die Regenzeit dauert erfahrungsgemäß noch bis November an. LandsAid plant eine weitere Medizinerin oder einen Mediziner nach Manduar zu entsenden. „Wir wollen damit die medizinische Versorgung der gambischen Bevölkerung weiter verbessern“, erläutert LandsAid-Geschäftsführer Dirk Growe. Im Land ist zwar allgemein die Versorgung der Touristen sehr gut; im Inland dagegen fehlt es an Ärzten und Praxen für die einheimische Bevölkerung. „Wichtig  in naher Zukunft ist auch, das Personal vor Ort bei der Einarbeitung in die Geräte eines neu entstandenen Labors und den regelmäßigen Vorträgen – zum Beispiel an Schulen – zu unterstützen.“

 

Das Projekt und das Einsatztagebuch von Dr.Simon Reichenauer sowie weitere Informationen finden Sie unter www.LandsAid.org

 

Exkurs "Projektteam"

 

Das Projekt wird geleitet von Michael Prestele. Herr Prestele hat in den vergangenen Jahren zahlreiche humanitäre Hilfsprojekte beantragt, organisiert, koordiniert, betreut und abgeschlossen. Er kennt die Arbeit „an der Front“ genauso gut wie den hierzu notwendigen Schreibtisch im Hintergrund. Nach der Besatzung des Irak durch US-Truppen hielt er sich 16 Monate im Irak auf und baute und renovierte dort mit einem irakischen Team mehrere Schulen, Sportplätze und einen Kindergarten mit Spielplatz. Weitere Einsatzerfahrungen sammelte er bisher in der Krisenregion Darfur (Sudan), im Iran, in Jordanien, Litauen, Niger, Rumänien und der Türkei. Private Reisen führten ihn u.a. durch die algerische Sahara, Australien und Neuseeland, Nepal, Papua-Neuguinea und die Südsee.

 

Die aktuellen Einsatzkräfte sind:

– Dr. Ralf Piechotta, Allgemein- und Notfallmediziner, aus Kassel, tätig seit fünf Jahren als Reha-Arzt im Baunataler Reha-Zentrum, zum ersten Mal in Gambia im Einsatz

– Dr. Simon Reichenauer, Anästhesist, arbeitet seit drei Jahren am Universitätsklinikum in Tübingen

 

Nähere Informationen zur Hilfsorganisation LandsAid e.V. finden Sie unter www.LandsAid.org.

 

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Kurzprofil startsocial

 

"Hilfe für Helfer" – unter diesem Motto fördert startsocial seit 2001 den Wissenstransfer zwischen Wirtschaftsunternehmen und sozialen Unternehmungen. Unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin werden herausragende soziale Initiativen durch individuelle Beratung unterstützt und Netzwerke zwischen ihnen und Unternehmen geschaffen.

 

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