Wirtschaft

Laut ifo-Index kommt es in Deutschland zu keiner Rezession

Das Stimmungsbarometer des Münchner ifo-Instituts über die aktuelle Lage sowie die Zukunftserwartungen in der deutschen Wirtschaft ist im September weit weniger stark gesunken, als aufgrund der schwierigen internationalen Lage zuvor erwartet wurde. Die aktuelle Lage wird mit 107,5 Punkten (August: 108,7) weiterhin sehr positiv und nahe am Rekordwert beurteilt, die Zukunftserwartungen trübten sich hingegen von 100,0 auf 98,0 Punkte ein. Auch hier war allerdings ein stärkerer Rückgang erwartet worden. Für das Stimmungsbaromter werden 7.000 Unternehmen zu ihrer individuellen Einschätzung befragt und daraus dann der Geschäftsklima-Index errechnet.

Bernd Weidensteiner von der Commerzbank: „Der Ifo-Index ist deutlich weniger gefallen als gedacht. (…) Der Rückgang wurde hauptsächlich durch die schlechtere Erwartungskomponente verursacht. Dies kann auf schlechtere Geschäftsaussichten hindeuten, möglicherweise liegt es allerdings auch an dem insgesamt schlechten Nachrichtenumfeld. Die Lage ist immer noch nahe dem Rekordstand. Dies zeigt an, dass die deutsche Wirtschaft an einer Rezession vorbeikommen könnte.“

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn: „Die weiterhin gute Lage der der Unternehmen zeigt, dass sich die deutsche Konjunktur bislang von den politischen Turbulenzen abkoppeln konnte.“

Auch Bundesbank, Bundesfinanzministerium und DIHK rechnen mit einem langsameren Wachstum, aber nicht mit einer Rezession. So ist Dirk Schlotböller, Konjunkturexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) der Ansicht, dass die deutsche Wirtschaft der Euro-Krise zum Trotz weiter wachsen wird. Zwar gebe es eine deutliche Wachstumsverlangsamung, doch dies sei nach zwei guten Konjunkturjahren alles andere als ungewöhnlich.

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