Wirtschaft

Lehman-Pleitebanker gehen vermutlich straffrei aus

Knapp zweieinhalb Jahre nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers deutet es sich an, dass die Verantwortlichen um Bankchef Richard Fuld straffrei ausgehen werden. Demnach seien die Hürden, der Führungsriege Verfehlungen nachweisen zu können, sehr hoch. Bereits im November 2009 waren zwei ehemalige Fondsmanager der ebenfalls untergegangenen US-Investmentbank Bear Stearns freigesprochen worden. Der Bankrott der Investmentbank war der Katalysator für die gigantische Finanz- und Wirtschaftskrise 2007-2009, in deren Zuge Vermögenswerte von 40 Bio. Euro vernichtet wurden, die Verluste für den europäischen Steuerzahler betragen rund 2 Bio. Euro, die Staatshilfen weltweit belaufen sich auf 30 Bio. Euro. So wollte unter anderem die US-Börsenaufsicht SEC den Lehman-Verantwortlichen Bilanztricksereien nachweisen, also dass sich die Bank schöngerechnet hat, um damit ihre wahre, desaströse Lage zu verschleiern. Die fragwürdigen Buchungsmanöver scheinen sich jedoch im Spektrum der Legalität bewegt zu haben. Besonders fragwürdig war der Buchungstrick „Repo 105“. Dabei wurden Quartal für Quartal bis zu 50 Mrd. Dollar an Schulden (Verspekulierung mit zweitklassigen US-Hypothekenpapieren) kurzzeitig aus den Bilanzen „gezaubert“. Dafür wurden zum Schein Wertpapiere verkauft und Bargeld eingenommen. Nur Tage nach der Bilanzvorlage nahm Lehman diese Wertpapiere dann gegen Aufpreis wieder zurück. Die Anleger wurden über die wahre Lage somit bewusst im Unklaren gelassen.

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