Wirtschaft

Leverkusener Chemiekonzern Lanxess will Belgier kaufen

Der Chemiekonzern und ehemalige Bayer-Tochter Lanxess mit Sitz in Leverkusen will den belgischen Konkurrenten Taminco übernehmen, der auf Chemikalien für die Wasserbehandlung und für die Landwirtschaft spezialisiert ist. Entsprechende Gespräche mit dem Finanzinvestor CVC über dessen Beteiligung an Taminco wurden bereits begonnen. Der Verkaufspreis dürfte rund das Siebenfache des Ergebnisses vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 159 Millionen Euro in 2010 betragen – also rund eine Milliarde Euro. Damit wäre dies der größte Zukauf von Lanxess in der Unternehmensgeschichte. Mit der Übernahme von Taminco würde Lanxess vor allem seine Abhängigkeit vom Kautschukgeschäft reduzieren. Das Kunstgummi macht über die Hälfte des Umsatzes der Belgier aus. Das deutsche MDax-Unternehmen lässt sich dabei von der Investmentbank JP Morgan beraten, die Verkäuferseite von Goldman Sachs und Merrill Lynch.

Am Montag war erst bekannt geworden, dass die beiden deutschen Chemieriesen Bayer und Lanxess durch überzogene Rechnungen und korrupte Mitarbeiter um Millionen betrogen worden sind. Demnach hat ein Netzwerk aus Dutzenden Firmen aus dem Bereich Informations- und Nachrichtentechnik den Großkonzernen überzogene Rechnungen gestellt und wurde dabei angeblich durch korrupte Mitarbeiter gegen die Zahlung üppiger Schmiergelder gedeckt. Weitere Opfer sollen die Post AG und Netcologne sein. Ein Post-Manager hat bereits gestanden, von IT-Dienstleistern mehr als eine halbe Million Euro Bestechungsgelder erhalten zu haben.
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.