Empfehlung

Liebe dein Verhalten wie das deines Chefs

… aus der wöchentlichen Themenserie „Ihr guter Ton“ vom Kommunikationsexperten und Businesscoch Manuel Stöbel. Nachdem Sie im vorherigen Beitrag mehr über die Notwendigkeit von „Liebe im Business-Alltag“ erfahren haben, geht es heute um das zwölfte Gebot: „Du sollst das Verhalten deines Chefs lieben, als wäre es dein eigenes!“.

Heute nun soll auf dem Weg zum guten Ton Ihres Unternehmens der Punkt Verhalten den letzten Schliff bekommen. Letzte Woche gab es ja nun wirklich viel Gefühl mit der Liebe im Businessalltag. Haben die drei Schritte Ihre Wirkung getan? Haben Sie schon das Lieben im Alltag gelernt?

Toleranz gegenüber anderen

Iwant You! Manager, Führungspersönlichkeit
Üben Sie Toleranz gegenüber dem Verhalten Ihres Chefs. Auch er ist nur ein Mensch! (Bild: Jorma-Bork / pixelio.de).

Ich möchte heute noch einen Schritt draufsetzen und Sie anregen nicht nur biblisch zu werden, sondern neben der Verhaltensliebe zu sich selbst auch das Verhalten Ihres Chefs zu lieben. Ich beziehe mich auf die alte biblische Regel: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst. Übersetzt in unsere Sprache könnte man sagen: Liebe dein Verhalten, wie das Verhalten deines Chefs. Wie das tatsächlich geht, möchte ich nun klären.

Unser Verhalten ist nur Spiegelbild unsers Selbstbildes. Habe ich ein sympathisches Bild von mir selbst, zeige ich es meistens aus nach außen. Ich trete offen auf, bin fröhlich und respektiere meine Umwelt, wie sie ist. Letzteres kann ich, weil mit dem sympathischen Selbstbild auch ein großes Stück Toleranz einhergeht: Bin ich mir sympathisch, kann ich tolerant anderen gegenüber sein.

Selbstbild gut, Umwelt gut

Andererseits ist es auch so, dass mit einem unsympathischen Selbstbild oft auch ein entsprechendes Verhalten nach Außen zu beobachten ist. Warum sollen mir andere Menschen sympathisch sein, wenn ich es mir selbst nicht bin? Warum mich meiner Umwelt gegenüber offen und wertvoll zeigen, wenn ich mir innerlich egal bin? Ich bin untolerant gegen mich selbst und andere und pflege ein eher schlechtes Verhältnis zu mir und meinen Mitmenschen.

Wie sich diese Varianten in der Realität äußern, ist noch eine ganz andere Sache. Die Grundregel ist: Selbstbild gut = Umwelt gut und Selbstbild schlecht = Umwelt schlecht.

Lieben Sie Ihr Selbstbild! Sehen, akzeptieren und leben Sie in erster Linie sich selbst. Mögen Sie sich, ist erstmal alles gut. Haben Sie ein schlechtes Bauchgefühl beim Gedanken an sich selbst, holen Sie sich entsprechend mit Büchern, Coaches oder Therapeuten Hilfe. Es lohnt sich, daran zu schaffen. Und das ist die Grundregel für Führungskräfte und Mitarbeiter gleichermaßen!

Wie Sie das Verhalten Ihres Chefs lieben lernen

Stellen Sie sich einmal vor, Sie würden gegenüber sich selbst größtmögliche Akzeptanz haben; Sie würden sich mögen, Sie wären – wie man sagt – bei sich. Dann hätten Sie ein große Sicherheit und einen wertvollen Ich-Bezug. Sie wären weniger angreifbar und hätten stärkere Ressourcen. Würden Sie angegriffen, so würde es Ihnen in geringerem Umfang etwas ausmachen. Stabil könnten Sie eine Art Metaebene einnehmen und recht entspannt hinunterblicken, was passiert. Ja, auch Selbstliebe verleiht Flügel!

Nicht jede Führungskraft verhält sich beständig mit gutem Ton. Oft genug wird sich im Ton gründlich vergriffen. Um es voraus zu sagen: es gibt immer Grenzen. Und je stärker Sie bei sich sind, werden Sie diese wahrnehmen und setzen lernen. Aber jede Führungskraft ist auch nur ein Mensch, ist mal ungerecht und macht eben Fehler. Wie wir alle oft genug. Diese Fehler passieren mit größerem guten Selbstbezug weniger. Aber, wenn mal ein Verhalten an den Tag gelegt wird, das eben nicht passt und man die Führungskraft am liebsten in den Pfeffer schicken würde – wie reagieren Sie, wenn Sie grundsätzlich bei sich sind, sich akzeptieren und einen positiven Selbstbezug haben? Sie reagieren weniger heftig und nehmen vielleicht sogar für die Führungskraft eine mildere Sorte Pfeffer als Kollegen, die eben nicht bei sich sind. Sie sind gut drauf und nehmen es leichter!

Genauso geht es natürlich der Führungskraft auch, wenn ihre Mitarbeiter Fehler machen, wenn sie sich selbst mit einer Art von Selbstliebe versehen. Ob Sie als Mitarbeiter nun wirklich das Verhalten Ihres Chefs jemals lieben lernen, sei mal dahin gestellt. Mit Ihrem Selbst kongruent zu sein, ist auf jeden Fall ein gründlicher Schritt in eine entspanntere Alltagsstimmung im Unternehmen. Und genau um die allgemeine Stimmung im Unternehmen geht es ab der kommenden Woche – auf dem Weg zum guten Ihres Unternehmens.

Ihr guter Ton, Unternehmenskommunikation
(Foto ©: Manuel Stöbel)

Über Manuel Stöbel:

Manuel Stöbel ist der gute Ton Ihres Unternehmens. Die signifikanten Ergebnisse seines Engagements sind wertschöpfende Kommunikation für Branding, Leadership, Softskills und Personality. Sein persönlicher Background die Opernbühne und zwei Dekaden Trainingserfahrung lassen bekannte Themen in neuen Blickwinkeln deutlich werden und schaffen stets eine Atmosphäre kreativer Effizienz. Mehr über Manuel Stöbel finden Sie in seinem AGITANO-Expertenprofil und im Internet unter: www.manuel-stoebel.de.

Christoph Schroeder

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