Wirtschaft

Lokführer uneins über weiteres Vorgehen beim Streik

Nach dem ersten Streiktag, von dem Millionen Berufspendler zwischen vier Uhr und zehn Uhr morgens betroffen waren, scheinen die Chefs der Lokführergewerkschaft GDL uneins über das weitere Vorgehen zu sein. GDL-Vorsitzender Claus Weselsky gab sich zuversichtlich, dass es bald zu einer Einigung kommt. „Wir sind mit den Schienengüterverkehrsunternehmen und den Personaldienstleistern einen Riesenschritt nach vorn gekommen. Ich kann klar und deutlich sagen, der Abschluss ist in Sicht. (…) Wir haben am nächsten Mittwoch die letzte Verhandlungsrunde und wir werden ein hervorragendes Ergebnis in dieser angespannten Situation gemeinsam erstellen.“ Dagegen erklärte der Berliner Bezirksvorsitzende Frank Nachtigall: „Wir sind bestrebt, die Eskalation zügig voranzutreiben. Wir werden ohne lange zu warten die nächste Aktion planen.“ Grund sei, eine langwierige Auseinandersetzung wie2007/2008, bei der sich die Tarifauseinandersetzung 11 Monate hinzogen, zu vermeiden. Die GDL will einen Flächentarifvertrag für alle 26.000 Lokführer im Nah-, Fern- und Güterverkehr erkämpfen und einen gleichen Lohn bei der DB und den sechs privaten Bahnunternehmen, der 5% über dem jetzigen DB-Niveau liegt. Obwohl die DB durchaus verhandlungsbereit ist, wird auch sie bestreikt. Der Grund sei, dass eine Beschränkung des Streiks auf die sechs Privatbahnen, die zusammen nur 20% Anteil am Regionalverkehr haben, weniger öffentlichen Druck aufbrächte. Diese Unternehmen entlohnen ihre Lokführer jedoch teilweise bis zu 30% unter dem DB-Niveau. Frank Nachtigall: „Hätten wir eine Aktionsform, die Fahrgäste nicht oder nicht so stark belastet, würden wir sie sofort wählen. Eine solche Möglichkeit haben wir jedoch nicht.“

 

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