Technologie

Luftfahrt will mit Flugzeug-Taxi Milliarden sparen

Der Flugzeughersteller und EADS-Ableger Airbus fertigt gemeinsam mit dem größten israelischen Luftfahrtunternehmen Israel Aerospace Industries (IAI) ein spezielles Flugzeug-Taxi. Dieses soll die Maschinen vom Flugsteig direkt zur Landebahn und retour ziehen. Die Triebwerke müssen somit erst unmittelbar vor dem Start eingeschaltet und können direkt nach der Landung abgedreht werden. Für die Fluggesellschaften eine erfreuliche Nachricht angesichts der stetig steigenden Energiekosten. Die Branche erhofft sich dadurch Milliardeneinsparungen.

Alle profitieren

"Von dieser Entwicklung profitieren alle Beteiligten. Treibstoff- und Kerosinkosten werden gespart, zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, die Umwelt geschont und die Lärmbelästigung der Anrainer aufgrund weniger Rollverkehr durch Triebwerke reduziert", erklärt Luftfahrtexperte Cord Schellenberg im Gespräch mit pressetext.

Für die Realisierung dieses Vorhabens fehlte nur mehr das "Ok" der Wettbewerbsaufsicht der EU. Diese hat nun nach eingehender Prüfung grünes Licht gegeben. Das heißt, die Fertigung des innovativen Flugzeugschleppers kann in Serie gehen und vertrieben werden. Airbus und IAI nennen ihn "Taxibot". Dieses halbautomatische Taxi hat einen Elektro-Diesel-Hybridantrieb und ist in der Lage, sämtliche Airbus- und Boeing-Modelle von und zur Startbahn zu schleppen. Mittels Sensoren, einer GPS-Steuerung und Geschwindigkeitsregelung wird das Fahrzeug dabei direkt vom Piloten über die Cockpit-Lenkung manövriert.

Anrollen kostet Geld

Es wird geschätzt, dass das durchschnittliche 17-minütige Anrollen einer Boeing 747 bis zur Landebahn rund 1.250 Liter Treibstoff und 700 Kilogramm Kerosin verschlingt. Der Schlepper benötigt dafür lediglich 25 bis 30 Liter Treibstoff.

"Diese Geschäftsidee ist sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoll und ein guter Weg, um Kosten zu sparen", unterstreicht Schellenberg die Wichtigkeit einer dringend benötigten Entlastung der Luftfahrtkonzerne.

Die Flughafenausrüstergruppe TLD, die von den beiden Konzernen den Auftrag für die Fertigung erhalten haben, glaubt an ein enormes Einsparungspotential. Die Kosten aus Kerosinverbrauch, Beschädigung und Abnutzung der Triebwerke sowie aus Umweltsteuern könnten in der gesamten Branche jährlich von 8,7 Mrd. auf 2,9 Mrd. Dollar reduziert werden. Weltweit könne man damit rund 20 Mio. CO2-Emissionen einsparen, so heißt es.

Amerikaner mit erster Bestellung

Auch die USA haben bereits ihr Interesse an dem Schlepper bekundet. Die dort ansässige Finanzierungsgesellschaft Bankers Capital Transportation Leasing hat sich mit IAI schon auf einen Kauf in der Höhe von 97 Mio. Dollar verständigt.

Nach ersten Testläufen im Sommer 2011 sollen nun zu Beginn des kommenden Jahres drei Taxibot-Schlepper für Kurzstreckenflugzeuge in normaler operativer Umgebung am Frankfurter Flughafen zum Einsatz kommen. Die Lufthansa Technik-Tochter Leos ist für die Abwicklung zuständig.

Quelle: Sebastian Köberl / pressetext.redaktion

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