Energie & Umwelt

Machbarkeitsstudie für slowakisches AKW

Die Slowakei hat eine Machbarkeitsstudie für den Ausbau des AKW Bohunice in Auftrag gegeben. Eine Entscheidung über den Ausbau soll spätestens Anfang 2012 fallen. Innerhalb der nächsten neun Jahre würden dann mindestens 3,3 Milliarden Euro investiert werden. Die Slowakei betreibt derzeit vier Reaktoren, jeweils zwei Meiler an den zwei Standorten Bohunice und Mochovce. Insgesamt produziert die Slowakei damit 51,8 Prozent ihres Strombedarfs – das ist der weltweit zweithöchste Anteil nuklearer Stromerzeugung nach Frankreich. Die beiden älteren Meiler 1 und 2 der vier Reaktoren in Bohunice wurden bereits 2006 und 2008 dauerhaft abgeschaltet. In Mochovce entstehen derzeit mit den Reaktoren 3 und 4 zwei neue 440 MW Druckwasserreaktoren (PWR), deren Netzanschluss für Ende 2012 und Mitte 2013 geplant ist. Die neue Machbarkeitsstudie soll nun die Rahmenbedingungen für zwei weitere Reaktoren mit einer Leistung von je 1.200 bis 1.750 Megawatt in Bohunice analysieren. Der atomfreie Nachbar Österreich hat den Beschluss bereits heftig kritisiert. Die SPÖ wertet die Machbarkeitsstudie als eine „Provokation“. Die ÖVP kritisiert: „Wenn die Slowakei weiter auf Atomkraft setzt, hat sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Solche Investitionen sind von gestern, wir brauchen Energie-Systeme von morgen.“ Die Grünen ergänzen: „Es ist völlig unverantwortlich, dass die Slowakei auch nach Fukushima einen weiteren Ausbau von Bohunice plant.“ Die Slowakei brauche gar kein weiteres AKW. Stattdessen solle sie die enormen Ressourcen bei Wind und Biomasse nutzen und endlich aufhören, Energie zu verschwenden. „Die Slowakei ist hinter Tschechien der zweitgrößte Energieverschwender in der EU mit 30 Prozent weniger Energie-Effizienz als der EU-Durchschnitt.“
 

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