Wirtschaft

MAN muss Ferrostaal zurückkaufen, um es los zu werden

MAN zieht einen Schlussstrich unter den korruptionsgebeutelten Essener Industriedienstleister für Großanlagen, Ferrostaal. Die Münchner Staatsanwaltschaft wirft Ferrostaal vor, beim Verkauf von U-Booten der 214er-Klasse an Griechenland Schmiergelder in Millionenhöhe gezahlt zu haben. Insgesamt sollen bei dem Handelskonzern weltweit 336 Millionen Euro in dunkle Kanäle geflossen sein, unter anderem auch an Gaddafis Regime in Libyen.

Aufgrund des Korruptionsskandals platzte der vollständige Verkauf der ehemaligen MAN-Tochter an den Staatsfonds IPIC aus Abu Dhabi (VAE). IPIC hält seit 2009 70% an Ferrostaal, weigert sich aber seit her, die restlichen 30% zu übernehmen. Grund ist der Streit darüber, wer die Folgen der Schmiergeldaffäre zu tragen habe. Nun erfolgte die Einigung: MAN kauft die Anteile von IPIC zurück, um dann den Industriedienstleister als Ganzes an die Hamburger Beteiligungsgesellschaft MPC (Münchmeyer Petersen & Co) zu veräußern.

Für MAN bedeutet dies zunächst ein Verlustgeschäft: Die Münchner zahlen IPIC 350 Millionen Euro für den Rückkauf der Anteile, erhalten von MPC dann aber lediglich 160 Millionen Euro für Ferrostaal. Dennoch machte die MAN-Aktie bei Bekanntwerden der Einigung einen deutlichen Sprung um 6,6% nach oben, da nun die bekannten Altlasten beseitigt werden, sämtliche Ansprüche zwischen MAN und IPIC seien nun abgegolten. Nun stehe auch der von VW forcierten Lkw-Allianz zwischen MAN und Scania nichts mehr im Wege.

 

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