Wirtschaft

Managerumfrage | Banken und Politiker nichts aus Finanzkrise gelernt

Eine Umfrage der Personalberatung LAB & Company unter 418 deutschen Managern in Bezug auf die Aufarbeitung der Finanzkrise ergab, dass 80% der Führungskräfte der Ansicht sind, dass die Finanzwirtschaft zwei Jahre nach der Finanzkrise deren Ursachen immer noch nicht erkannt und noch keine wesentlichen Schritte eingeleitet habe, um eine Wiederholung des Desasters zu vermeiden. Das gleiche Negativurteil fällten 70% der Manager für die deutschen Politiker. Ziel der Politik müsse es sein, die Finanzwirtschaft als Dienstleister der Realwirtschaft zu positionieren – die Finanzwirtschaft selbst habe keine Anreize, freiwillig ihr lukratives Spekulationsgeschäftsmodell („Casinokapitalismus“) aufzugeben. Für die Rückeroberung des Primats durch die Politik wäre jedoch eine adäquate Ausbildung nötig, um die Komplexität des Problems zu erkennen und Lobbyisten effektiv widerstehen zu können.
Gleichzeitig ergab die Studie, dass viele Unternehmen durch die Erfahrungen der Krise ihr Risikomanagement verbessert haben. 31% der Manager gaben zudem an, dass die Krise ihre persönliche Berufseinstellung geändert habe – die Sinnhaftigkeit habe gegenüber den klassischen Karriereparametern wie Geld, Status oder Titeln mehr Gewicht gewonnen.

 

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