Management

Managing Diversity – Über den Umgang mit Vielfalt (2): Niemand kann Diversity entkommen

… aus der Themenserie „Managing Diversity – Marinda Seisenberger, Managing Diversity, Diversity, Vielfalt, internationalSo führen Sie Ihr Unternehmen durch gelebte Diversity erfolgreich in die Zukunft“ von Marinda Seisenberger. Nach Teil 1 „DIVERSITY – so viel mehr als Frauenquote“ folgt nun Teil 2: „Niemand kann Diversity entkommen.“ Um dem Thema gerecht zu werden, wird die Themenserie in deutscher und englischer Sprache veröffentlicht. You can find the English version on page 3.

Diversity may be the hardest thing for a society to live with, and perhaps the most dangerous thing for a society to be without. ― William Sloane Coffin, Jr.
(Für eine Gesellschaft kann es sehr schwer sein, mit der Vielfalt zu leben, aber es ist am gefährlichsten überhaupt, ohne sie zu existieren – frei übersetzt nach William Sloane Coffin, Jr.)

Bei Diversity handelt es sich nicht bloß um einen Blick durch das Kaleidoskop von Rassismus und Religion. Es geht auch nicht darum, jemanden in seinem Rollstuhl eine Chance zu geben, weil er behindert ist und diese Aktion auf der Skala der sozialen Verantwortung gut wirkt. Auch Peter und Paul als Paar zu akzeptieren und zu homosexuellen Menschen “offen” zu sein und sie am Arbeitsmarkt freudig willkommen zu heißen, bringt das Thema Diversity in seiner Ganzheit nicht richtig rüber. Und Hannah zum HR-Manager zu machen, um die weiblichen Manager-Statistiken aufzuhübschen, reicht da ebenfalls nicht ganz aus.

Unterschiedlichkeiten richtig managen

Bei Diversity geht es darum, die Unterschiedlichkeiten zwischen Menschen richtig zu managen! Diese Unterschiede können kultureller, körperlicher und religiöser Natur sein oder unterschiedliche Generationen und Geschlechter betreffen. Eine Studie der Managementberatung Roland Berger aus dem Jahre 2011 identifiziert Diversity als einer der wichtigsten Treiber für Innovation und als wichtigen Erfolgsfaktor für Unternehmen.

Unternehmen heute sind weltweit tätig, nicht nur betreffend ihre Produkt- und Service-Plattformen, sondern auch was ihre organisatorischen Strukturen betrifft. Global tätige Mitarbeiter und Mitarbeiter aus anderen Ländern, „Expatriates“, sind für die meisten Unternehmen auf der Tagesordnung. Die Organigramme in den Unternehmen sind gespickt mit „weltweiten“ Positionen, es sind Stellen als „Global Commodity Leader“, „International Quality Manager“, „Head of Purchasing World Wide“ zu vergeben. Während globale Unternehmen zunehmend expandieren, wird die Belegschaft ebenso zunehmend vielfältig und multi-kulturell. In diesen Zeiten der verstärkten Diskussionen um Frauenquoten, Integration von Minderheiten, religiösen und ethnischen Themen, wird richtig gelebte Diversity immer wichtiger.

Global is King

Ich verbringe als Coach sehr viel Zeit in Unternehmen und höre fast täglich Interessantes zum Thema „global“. Einkaufsabteilungen beschäftigen sich mit „Global Sourcing“, die Logistikabteilungen sprechen über „Global Supply Management“, etc. Die Geschäftswelt ist eindeutig ein globales Dorf geworden und viele Manager sagen frustriert: „Ja, ich weiß, wir müssen alle zusammen arbeiten, aber hallo, diese Ausländer dürfen auch nicht vergessen, dass wir immer noch ein deutsches Unternehmen sind. Im Geschäftsleben können wir doch nicht auf alle diese Sensibilitäten Rücksicht nehmen!“. Das ist was Wahres dran. Die Frage, die sich stellt, kann überhaupt irgend jemand auf alle Sensibilitäten innerhalb eines Teams – ob international oder nicht – Rücksicht nehmen? Nun, wir können diese Sensibilitäten bewusst wahrnehmen, uns damit beschäftigen, trotzdem kann es im Endeffekt immer nur einen Kompromiss geben. Kompromisse, um die Ziele zu erreichen, um am „großen Bild“ mitzuwirken. Jeder muss diese Kompromisse mittragen und das funktioniert auch in der Regel. Wenn es nicht funktioniert, ist das dann, wenn es um totale Ignoranz oder fehlenden Respekt für die vorhandenen Unterschiedlichkeiten innerhalb des Teams geht. Dann, und nur dann, fühlen sich Mitarbeiter im Stich gelassen und „funktionieren“ nicht mehr richtig.

Marc Brümmer

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