Management

Managing Diversity – Über den Umgang mit Vielfalt (3): Diversity no must-have, rather a great-to-have

… aus der Themenserie „Managing Diversity – So führen Sie Ihr Unternehmen durch gelebte Diversity erfolgreich in die Zukunft“ von Marinda Seisenberger. Nach Teil 2 „Niemand kann Diversity entkommen“ folgt nun Teil 3: „Willkommen Diversity.“ Um dem Thema gerecht zu werden, wird die Themenserie in deutscher und englischer Sprache veröffentlicht. You can find the English version on page 3.

Diversity no must-have, rather a great-to-have

In den beiden vorigen Artikeln („DIVERSITY – so viel mehr als Frauenquote“ / „Niemand kann Diversity entkommen„) habe ich dargelegt, warum das Thema Diversity („Vielfalt“) zur Priorität eines jeden Unternehmens werden sollte und warum Diversity so viel mehr ist, als nur eine von Interessensgruppen und Regierungsbeschlüssen geförderte Initiative. Ich lade Unternehmen und generell alle nachdrücklich dazu ein, Diversity nicht als ein notwendiges Übel zu betrachten, sondern als „great to have“ willkommen zu heißen – als einen Zusatznutzen, der jede Person, die damit in Berührung kommt, bereichert und offener macht. Das folgende Zitat aus Sun Tzu’s „The Art of War“ beschreibt für mich den “Mosaik”-Charakter und den großen Nutzen von richtig gelebter und angewandter Diversity perfekt.

„There are not more than five cardinal tastes, yet combinations of
them yield more flavours than can ever be tasted.“
― Sun Tzu, The Art of War

(Frei übersetzt: Es gibt nicht mehr als fünf Grundgeschmacksrichtungen, aber ihre Kombinationen ergeben mehr Geschmäcker, als wir je probieren können)

Die folgenden Aussagen sollen Unternehmen und Führungskräften ein gedanklicher Anstoß sein, sich mit dem faszinierenden Thema Diversity näher zu beschäftigen und dessen praktische Implementierung in ihre Unternehmen anzustreben.

„There are not more than five musical notes,
yet the combinations of these five give rise to more melodies than can ever be heard.“

(Frei übersetzt: Es gibt nur fünf Noten in der Musik, die Kombination dieser fünf ergibt jedoch mehr Melodien, als wir jemals hören können.)

„There are not more than five primary colours, yet in combination
they produce more hues than can ever been seen.“

(Es gibt nur fünf Grundfarben, aber in ihrer Kombination ergeben Sie mehr Farbschattierungen, als das menschliche Auge erfassen kann)

Darum sollten Unternehmen „Diversity“ mit Freude willkommen heißen:

  1. Unternehmen mit vielfältigen Belegschaften werden durch die Kombination verschiedener Denkweisen und kultureller Hintergründe meist viel produktiver und erfolgreicher. Dies kann besonders im Marketing eine Rolle spielen, wenn vielfältige Teams am Werk sind. Marketingabteilungen haben größere Chancen, bestimmte Zielgruppen zu erreichen, je mehr unterschiedlich denkende Menschen in die Konzeption einer Kampagne involviert sind. Diese Mitarbeiter aus anderen Kulturkreisen bringen “andere” und “neue” Marketingtechniken und Wissen mit, was dann unter anderem auch bei verschiedenen Gruppierungen oder auch bei der Erschließung neuer Märkte besser ankommt, das sich diese dann besser verstanden und angenommen fühlen.
  2. Mitarbeiter aus unterschiedlichen Kulturkreisen und mit unterschiedlichen Muttersprachen sorgen meist für eine wichtige Verbesserung des Customer Service eines Unternehmens. Sie sind gegenüber anderen Lebensstilen verständnisvoller eingestellt und können Unterschiede zwischen Menschen besser einordnen. Das beginnt schon bei der Körpersprache, die ja je nach Kulturkreis völlig andere Dinge bedeuten kann. Service-Mitarbeiter, die diese Nuancen kennen und erkennen, können so manches Missverständnis im Keim abfangen und ihre Kunden vollinhaltlich abholen und verstehen.
  3. Vielfalt in Teams – egal auf welcher hierarchischen Ebene – bedeutet auch Zugänge zu breiteren Netzwerken. Wenn der Vorstand eines Unternehmens geschlossen aus dem ziemlich gleichen Kulturkreis kommt, dasselbe Geschlecht und denselben sozialen Hintergrund mitbringt, wird diese Gruppierung nur eine bestimme Art von anderen Menschen “anziehen”. Besteht hingegen der Vorstand aus einem gemischten, vielfältigen Team, stehen mit Sicherheit Kontakte zu einem viel breiteren Spektrum an Menschen zur Verfügung und damit ein weitaus größeres Potenzial an möglichen Geschäftspartnern und neuen Mitarbeitern.
  4. Ein wichtiger Aspekt, um Diversity zu einer höheren Priorität im Unternehmen zu führen, ist eine offene Kommunikation. Organisieren Sie gemeinsame Veranstaltungen, bei denen die vielfältigen Kulturen und Menschen verschiedenen Alters, unterschiedlicher Ethnien, Spiritualitäten und sexueller Orientierungen, die ein Teil des Unternehmens sind, offen erwähnt, angenommen und willkommen geheißen werden.
  5. Nicht zu unterschätzen: Ein Unternehmen, das heute schon Diversity lebt, ist sehr attraktiv für neue Mitarbeiter und kann unter den Besten wählen – ein im heute stattfindenden “War of Talents” äußerst wichtiger Aspekt.
  6. Involvieren Sie ältere Mitarbeiter so viel als möglich in alle Prozesse! Stellen Sie sicher, dass gerade die älteren Teile der Belegschaft über die Rolle des Themas Diversity informiert sind, diese genau verstehen und sich damit wohlfühlen.
  7. Rufen Sie ein Mentoring-Programm ins Leben, im Rahmen dessen ältere Mitarbeiter sich bewusst um Mitarbeiter kümmern, die sie wegen kultureller oder sprachlicher Unterschiede kaum kennen oder mit denen sie wenig Gemeinsamkeiten haben.

Ohne Diversity würden wir alle – metaphorisch gesprochen – dieselbe Musik spielen. Dieser eine Sound würde sehr, sehr rasch unglaublich monoton und langweilig werden. Statt dessen haben wir – wenn wir es zulassen – das volle Mosaik und Kaleidoskop der Diversity um uns herum. Wir können auf diese Weise wachsen, interessanter und interessierter werden und selber so vielfältig, wie wir das nie für möglich gehalten hätten.

Die englische Version des Beitrags finden Sie auf Seite 3

Marc Brümmer

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