Frauen im Business

Managing Diversity – Über den Umgang mit Vielfalt (4): (Frauen)Quoten, ein notwendiges Übel?

… aus der Themenserie „Managing Diversity – Marinda Seisenberger, Managing Diversity, Diversity, Vielfalt, internationalSo führen Sie Ihr Unternehmen durch gelebte Diversity erfolgreich in die Zukunft“ von Marinda Seisenberger. Nach Teil 3 „Willkommen Diversity“ folgt nun Teil 4: „(Frauen)Quoten – ein notwendiges Übel?“ Um dem Thema Vielfalt/Diversity gerecht zu werden, wird die Themenserie in deutscher und englischer Sprache veröffentlicht. You can find the English version on page 3.

“The issue of gender was never my biggest concern; my biggest concern was doing good work. When the feminist movement really got going, I wasn’t an active part to fit because I was more concerned with my own mental pursuits.”(Patty Smith)

(frei übersetzt nach Patty Smith: „Geschlechter-Themen galt niemals meine große Aufmerksamkeit, meine persönliche Hauptsache war es immer, gute Arbeit zu leisten. Ich war niemals ein aktiver Teil der feministischen Bewegung, ich war viel zu sehr mit meiner eigenen geistigen Entwicklung beschäftigt“).

Es ist kein Geheimnis, dass ich keine Freundin von strikten Quoten bin – jedwelcher Art. Quoten sind „verdächtig“, machen manche Menschen unsicher und sogar aggressiv, zwingen sie in eine Verteidigungshaltung und am Ende kann niemand das Wort Quote mehr hören … Jedoch sind sie leider manchmal nötig, um in gewissen Bereichen die Dinge bleibend voranzubringen und Resultate zu erzielen. Quoten sind oft ein Katalysator und daher ein notwendiges Übel.

Die Europäische Union stellt gerade ein Gesetzespaket zusammen, das Europas größte Unternehmen dazu zwingt, in ihren Aufsichtsräten eine Quote von mindestens 40% an Frauen zu etablieren. Diese Gesetze bestrafen Unternehmen, die dieser Auflage nicht nachkommen, mit Geldbußen oder Sanktionen anderer Art.

Quote oder Nicht-Quote, das ist die Frage

Elf EU-Staaten sowie Norwegen haben bereits Gesetzesinstrumente geschaffen, um „Gender Equality“ in den Aufsichtsräten zu etablieren. Es ist interessant und bedauerlich zu beobachten, dass in zwei Drittel der EU-Mitgliedsstaaten, in denen keine gesetzlichen Maßnahmen getroffen wurden, kein sichtbarer Fortschritt betreffend Frauen in Aufsichtsräten erzielt wurde.

Von Korn/Ferry Whitehead Mann durchgeführte Studien zeigen klar auf, dass die Frauenquote in Aufsichtsräten sofort stiegen, wenn es in den respektiven Ländern Quoten gab. Faszinierend und traurig zugleich: Dies hat keinen Einfluss auf die Anzahl der Frauen, die in Executive oder Senior Positionen tätig sind. Sogar in Norwegen, wo es bereits seit 2003 die Frauenquote für Aufsichtsräte gibt, ist weit und breit keine Frau als CEO eines Unternehmens wahrzunehmen.

Haben Aufsichtsrätinnen oder besser gesagt deren Quote wirklich so wenig Einfluss auf die talentierten Frauen eines Unternehmens? Das echte Problem ist es dabei, mehr und mehr Frauen zu ermutigen, Executive und Senior Positionen anzustreben und anzunehmen. Die große Gefahr hier ist auch, dass Regierungen sich entspannt zurücklehnen, weil sie denken, ihre Arbeit sei durch die Einführung der Quote für weibliche Aufsichtsräte getan. Weit gefehlt, solange Frauen nicht automatisch hochrangige Positionen in Unternehmen besetzen, ist nichts gelöst. Quoten sind nicht lange genug eingeführt, um sie als allgemein akzeptiert und ihren Effekt als garantiert zu betrachten. Hier ist Toleranz, Geduld und gegenseitiges Verstehen in einer delikaten Change-Situation angesagt.

Fortsetzung auf Seite 2

Marc Brümmer

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