Management

Manchmal braucht’s im Management Improvisation

Im Management eines mittelständischen oder größeren Unternehmens tätig sein zu dürfen, ist ein Privileg der ganz besonderen Sorte. Nicht nur wegen dem prestigeträchtigen Dienstwagen oder dem höheren Gehaltscheck. Eine Führungsposition bedeutet ein abwechslungsreiches Aufgabengebiet, verbunden mit einer besonderen Verantwortung seinen Mitarbeitern gegenüber. Hier ist nie ein Tag wie der zuvor und erst recht nicht wie der danach. Aus diesem Grund lautet das Motto für viele Führungskräfte: Improvisation ist oft die beste Planung. Just dieses Improvisationstalent lässt sich schulen.

Warum Manager improvisieren müssen

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Improvisation versetzt Führungskräfte in die Lage auch aus für vermeintlich ausweglose Situationen eine Lösung zu finden. Situ(Bild: Ryan McGuire / gratisography.com)

Wie wichtig Improvisation ist, weiß kaum jemand besser als Impro for Business – die Experten für Unternehmenstheater. Schließlich ist die Business-Welt oft nichts anderes als eine Bühne. Doch auf dieser gilt es zu glänzen, um seine Mitarbeiter, Geschäftspartner oder Kunden für die Botschaften, Inhalte und Werte, für die man sich selbst zum Wohle seines Unternehmens einsetzt, nachhaltig zu begeistern.

Dazu dient Improvisation, sofern man sie als praktischer Gebrauch von Kreativität zur Lösung plötzlich auftretender beziehungsweise unvorhergesehener Probleme versteht. Wer sein Improvisationstalent schult, kann seine Mitarbeiter in nahezu jeder Situation Motvieren, Auflockern, zum Wandel aktivieren oder auch Konflikte unter Kollegen moderieren. Wie bereits erwähnt, ist dieses Talent nicht allein gottgegeben. In Workshops und Seminaren kann man lernen, wie man nie wieder sprachlos wird oder eine Präsentation in einen fesselnden Vortrag verwandelt – ganz unabhängig davon, ob man Powerpoint-Präsentationen effektiv nutzen möchte, oder eben nicht.

Improvisation nicht mit Schauspielerei verwechseln

Allerdings ist Improvisation kein Allheilmittel. Gerade im Kontext der Unternehmensführung braucht es vorausschauende Planung. Denn nur, wenn man weiß, wohin die Reise gehen soll, kann man auf den Etappen, an welchen ein Weiterkommen partout nicht in Sicht ist, improvisieren. Wenn man es jedoch mit der Improvisation übertreibt, kann man sich als Führungskraft schnell den Ruf eines Schauspieles erarbeiten. Das heißt, zu just jener Art Vorgesetzten verkommen, die durch Schauspielerei versuchen, ihre Inkompetenz zu verbergen. In die Rolle von Bullshit in Unternehmen beschreibt Andre Spicer, Professor für Organisational Behaviour and Human Resource Management an der Cass Business School in London, wie man wirklich gute Führungskräfte von talentierten Dummschwätzern unterscheiden kann. Gute Manager sind:

  • Menschen, die Klartext reden.
  • Menschen, deren Aussagen sich jederzeit einem Logiktest unterziehen lassen.
  • Menschen, die vergangene Leistungen stets anhand konkreter Beispiele beweisen können.
  • Menschen, die keine Angst vor Mitarbeitern haben, die gegen ihre Idee argumentieren.

Dummschwätzer in Führungspositionen dagegen sind:

  • Menschen, die vage formulieren.
  • Menschen, die langatmig reden.
  • Menschen, die zwischen verschiedenen Fachbegriffen ständig hin- und herwechseln.
  • Menschen, die eine Managementmarotte nach der anderen raushauen.

Wer sein Unternehmen oder seine Abteilung zum sicheren Untergang führen möchten, der nutzt sein schauspielerisches Talent auf oben beschriebene Art und Weise. Wer jedoch seine Firma beziehungsweise sein Team zum nachhaltigen Erfolg führen möchte, setzt auf wohl dosierte Improvisation.

Christoph Schroeder

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