Management

Maren Martschenko im Personality-Interview Nr. 37

Im Rahmen der "Personality-Interviews" kommen eine Vielzahl interessanter, außergewöhnlicher und herausragender Experten – von Speakern, Coaches und Trainern über Gutachter, Sachverständigen und Beratern bis hin zu Wissenschaftlern – zu Wort.

Das 37. Interview wurde mit Maren Martschenko, Marketingberaterin und Erfinderin der Espressostrategie®, durchgeführt.

 

1. Bitte stellen Sie sich kurz vor, Frau Martschenko!

Mein Name ist Maren Martschenko. Ich berate leidenschaftlich gerne inhabergeführte Unternehmen, die sich im Marketing auf das Wesentliche und Wirksame konzentrieren wollen. Speziell für Mikrounternehmen und Solopreneure habe ich deshalb die Espressostrategie entwickelt. Noch vor dem ersten Espresso des Tages schalte ich mein iPhone ein und checke meine Emails und Updates in den Social Networks. Es ist mir wichtig, am Puls meines Netzwerks zu sein. Immer Freitagvormittags male ich. Das entspannt und inspiriert zugleich.

Neben meiner Beratungstätigkeit arbeite ich regelmäßig in Unternehmen oder für Organisationen als Referentin zum Thema Marketing und Social Media, z.B. Gründer Regio M, IHK, Berufsverbände wie BPW und tekom, die Universität Passau und die HTW Berlin.

2. Was ist das Hauptthema in Ihrer Tätigkeit?

Meine beiden Hauptthemen sind das Wesentliche und das Wirksame im Marketing. Wesentlich ist in den heutigen Zeiten von Informations- und Werbeflut, mit einer klaren Botschaft, einer klaren Marke nach außen zu treten und sich nicht zum Spielball der schnelllebigen Marktkräfte machen zu lassen. Eine Marke muss Vertrauen beim Kunden wecken. Meine Spezialität sind Unternehmen, die eine erklärungsbedürftige Dienstleistung oder die Produkte mit einem Mehrwert weit über den materiellen Wert des Produkts hinaus bieten wie z.B. Beratungsunternehmen oder Softwareentwickler. Viele der kleineren Unternehmen, oft inhabergeführt, stehen vor der Herausforderung, sich in fragmentierten und gesättigten Märkten wahrnehmbar vom Wettbewerber abzuheben. Die Werte und Visionen des Firmenlenkers spielen dabei eine wesentliche Rolle. Sie schaffen Identifikation – weit mehr als die Zahlen, Daten und Fakten eines Produkts es können. Denken Sie an Steve Jobs und Apple. Eine starke Marke spart in der Umsetzung Zeit und Geld.

Wirksam ist alles, was auf den Kern Ihrer Marke einzahlt. Eine erfolgreiche Marke ist für die Kunden klar, kontinuierlich und konsistent (be)greifbar und erlebbar – analog und digital effizient aufeinander abgestimmt. Dazu gehört mehr als Methodenkompetenz oder die Spezifikationen einer Software aufzulisten. Die Unternehmer müssen zeigen, dass sie Experten auf dem Gebiet ihres Kunden sind. Gerade das Social Web bietet hierfür in Ergänzung zu Vorträgen, Kundenveranstaltungen und Emailnewslettern sehr gute Möglichkeiten z.B. in Form eines Corporate Blogs, die Sichtbarkeit bei Google zu verbessern, die Kundenbindung zu stärken und den Expertenstatus am Markt auf- und auszubauen, mit Teasern über Twitter, Facebook oder Xing. Aber auch hier gilt: Weniger ist mehr.

3. Was zeichnet Sie besonders aus und was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Nur wenige Berater verkörpern das Wesentliche und Wirksame ihrer eigenen Dienstleistung so konsequent und eingängig wie ich mit der Espressostrategie.

Wichtiger als Auszeichnungen ist mir die Anerkennung meiner Kunden: Sie schätzen mich für meine Klarheit und meinen analytischen Verstand. Ich entwickele für meine Kunden Konzepte immer im Dialog mit den Menschen, die im Unternehmen arbeiten. Und damit meine ich nicht nur die Geschäftsführung. Denn die beste Markenstrategie ist die, die von den Mitarbeitern umgesetzt wird. Das passiert, wenn sie in deren Köpfen verankert ist und sie sich mit ihr identifizieren.

Als besondere Wertschätzung empfinde ich es, dass meine Kunden durch meine Beratung wieder eine echte Begeisterung für Ihr Business und ihr Marketing entwickeln. Zunehmend nachgefragt wird daher auch die Entwicklung und Umsetzung von sogenannten „Passion Projects“, die die Begeisterung der Mitarbeiter nach außen erlebbar machen. Das kann ein spezielles Angebot, ein besonderer Service oder eine Veranstaltung sein.

 

4. Worin liegt Ihrer Meinung nach – aus der Perspektive Ihrer Tätigkeit heraus – in der Regel der größte Handlungsbedarf bei Ihren Kunden?

Der Handlungsbedarf liegt nicht im ständigen Entwickeln neuer Maßnahmen und jedem Marketingtrend blind nachzurennen, sondern im Loslassen von allem Überflüssigen. Meine Devise: Denken Sie an alles, was Ihr Marketing können soll, und ziehen Sie 90% davon ab. Von den verbliebenen 10% sollten Sie zu 100% begeistert sein. Dann sind Sie auf dem Weg zu einer richtig guten Strategie. Ich nenne das die Espressostrategie.

5. Woran denken Sie bei den Worten „kurzfristiger Erfolg“ versus „Nachhaltigkeit“?

Viele mittelständische Unternehmen müssen mit ihren knappen Zeit- und Geldbudgets für Marketingaktionen sorgsam umgehen. Umso wichtiger ist es, dass die Wirkungen nicht schon nach kurzer Zeit wieder verflogen sind. Kurzfristige Erfolge können aber die Motivation wecken, sich kontinuierlich und konsequent auf langfristige Ziele zu konzentrieren, und sind daher auch wichtig. Ich erlebe das immer wieder bei meinen Vorträgen, Workshops und Passion Projects. Mit der Nachhaltigkeit halte ich es wie Sam Hopkins: „A concept to believe in, a word not to trust.”

6. Haben Sie ein Lebensmotto? Wenn ja, welches?

Konzentriere Dich auf das Wesentliche und Wirksame – für etwas Anderes gibt es weder Zeit noch Geld. Das gilt selbstverständlich nicht nur für das Marketing meiner Kunden, sondern auch für mich selbst.

7. Wie sehen Ihre persönlichen Ziele für die nächsten 3 Jahre aus?

Als selbständige Unternehmerin ist jedes Unternehmensziel ein persönliches Ziel.

Mein wichtigstes privates Ziel für 2012 ist eine Alpenüberquerung zu Fuß – ein echtes Passion Project. Die Energie, die ich schon in der Vorbereitung durch die Entschleunigung und den Perspektivenwechsel beim Gehen freigesetzt wird, ist enorm. In drei Jahren überquere ich dann vielleicht den Himalaya.

Mein wichtigstes Unternehmensziel: Ich möchte die Marketingberaterin der ersten Wahl sein bei allen visionären Mittelständlern, die Spitzenleistungen bringen und die Welt ein bisschen besser machen wollen, die den Mut haben, sich nur auf das Wesentliche und Wirksame zu konzentrieren, und einen Espresso genießen können.

Vielen Dank Frau Martschenko für die Einblicke in Ihre Tätigkeit und das interessante Gespräch.

 

Das Interview führte Oliver Foitzik (Herausgeber AGITANO / Geschäftsführer FOMACO GmbH).

 

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