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Margit Hertlein: Humor in der Wirtschaft (11) – Lachen ohne Grund

Humor im Unternehmensalltag
Margit Hertlein: Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag (Bild: Fotostudio Hellhörig)

… aus der wöchentlichen Themenserie “Jetzt mal im Spaß – Humor in der Wirtschaft” von der Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag und leidenschaftlichen Autorin/Rednerin und Trainerin Margit Hertlein. Nach “Meeting oder die Gabe aus nix etwas Langweiliges zu machen” folgt heute: Lachen ohne Grund.”

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Was schon beim Meeting gestimmt hat, dass Humor Spannungen abbaut und dass zwei, die über das gleiche lachen, eine gemeinsame Basis gefunden haben, und sei sie noch so klein, das stimmt auch generell: Wer lacht, streitet nicht. Wer nicht streitet, macht die besseren Geschäfte. Wer die besseren Geschäfte macht, verdient mehr Geld.

Also: Wer lacht, verdient mehr Geld. Das ist zwar etwas verkürzt, trifft die Sache aber. Denn, wer lacht, wird als offener, sympathischer Mensch wahrgenommen, der keine Gefahr darstellt. Und mit wem würden Sie lieber Geschäfte machen, wen würden Sie eher für eine Beförderung vorschlagen und wem eher eine Gehaltserhöhung gewähren? Dem humorvollen, freundlichen Sachbearbeiter Sommer oder dem griesgrämigen, streitlustigen Buchhalter Winter?

Nichts schafft schneller Vertrauen, als gemeinsam über etwas zu lachen. Und Vertrauen ist eben nicht nur im privaten Bereich zentral für Erfolg und Zufriedenheit, sondern auch im Job. Egal, ob es darum geht, Kunden etwas zu verkaufen, mit Kollegen an einem Projekt zu arbeiten oder den Chef zu überzeugen. Wenn man mit dem Gegenüber gemeinsam über Dinge lachen kann, steigen die Chancen dramatisch, dass die Dinge, für die man sich einsetzt, in Erfüllung gehen.

Eine medizinische Wunderwaffe

Das verblüffende ist, dass das Lachen so eine Art Self Fulfilling Prophecy darstellt. Wer viel lacht, wird als offener, sympathischer und ungefährlicher Mensch wahrgenommen. Wer viel lacht, der sorgt aber auch dafür, dass er genau das ist, wofür er gehalten wird. Das hat mehrere Gründe. Lachen ist zunächst einmal nichts anderes als die stakkatoartige Kontraktion des Zwerchfell-Muskels. Die aber löst eine ganze Reihe von höchst erfreulichen Entwicklungen im Körper aus. Der Sauerstoffaustausch im Gehirn wird erhöht, schmerz- und entzündungsstillende Substanzen werden ausgeschüttet, Stresshormone abgebaut, die Atmung verbessert und das Herz- und Kreislaufsystem in Schwung gebracht. Medizinisch ist das Lachen eine Wunderwaffe. Und zwar eine, für die es weder Rezept noch Apothekenbesuch braucht.

Deshalb predigen die Lebensratgeber ja von jeher Lebensfreude und Spaß. Und da ist auch gar nichts dran auszusetzen. Der indische Arzt und Lachyogapionier Madan Kataria allerdings geht davon aus, dass Lachen auch dann gesundheitlich funktioniert, wenn man es damit gar nicht so ernst meint. Soll heißen: für die genannten positiven Effekte auf den Körper ist es unerheblich, ob man sich wirklich köstlich amüsiert, oder das Zwerchfell nur, wie bei einer Art Dehnübung, springen lässt. Und das ist mittlerweile auch in etlichen Studien belegt.

Fake it, until you make it

So lautet der Wahlspruch der Lachyoga-Bewegung. Also: Tu‘ einfach so, bis es echt wird. Und diesem Prinzip fühlen sich mittlerweile weltweit über 6000 Lachclubs verpflichtet, die auf Kataria zurückgehen. Sie treffen sich regelmäßig, um gemeinsam zu Lachen. Zusammen stimmt man in Lachübungen ein und bald wiehert die ganz Gruppe. Dann nicht mehr als bewusste Übung, sondern weil es einfach ansteckend ist, wenn die Menschen um einen herum alle wie die Hühner gackern und glucksen.

Allerdings ist das Prinzip des grundlosen Lachens für den Deutschen ein schwieriges Unterfangen. Er tut sich damit wegen seiner Mentalität schwerer als andere Menschen. Deshalb lege ich ihnen an dieser Stelle auch ein paar Übungen ans Herz, mit denen sie in aller Stille, daheim, hinter verschlossener Tür, Ihre erste private Lachyogastunde durchführen können. Suchen Sie sich einfach eine aus und legen Sie los.

Lachen ohne Grund – das hält gesund

Vielleicht mit dem verschämten Lachen. Setzen Sie ein verschmitztes Grinsen auf und legen Sie dann langsam die Hand auf den Mund und beginnen sie mit einem schneller werdenden „Hi, Hi, Hi“. Gut funktioniert auch das Über-Sich-Selbst-Lachen. Dabei richtet man den Zeigefinder auf sich selbst, tippt sich rhythmisch auf die Brust und legt mit einem vollen, satten „Ha, Ha, Ha“ los. Eine schöne Alternative ist das Königinnen-Tag-Lachen. Dabei machen Sie sich körperlich ganz klein, dann richten Sie sich langsam auf, machen sich groß und winken wie die Queen majestätisch. Diese Bewegung wird von einem hohen, leisen „Ho, Ho, Ho“ begleitet.

Und jetzt mal im Spaß: Der wirkliche Lachprofi lacht nicht, wenn es eh’ schon ein lustiger Tag ist oder weil die Kollegen etwas Witziges erzählt haben …………….. der wirkliche Lachprofi lacht ohne Grund.

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Über die Autorin

Margit Hertlein, Humor

Foto: Margit Hertlein

Margit Hertlein, die Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag.

Sie hält leidenschaftlich gerne Vorträge, schreibt Longseller-Bücher (u.a. Mind Mapping/rororo/13. Auflage;  Präsentieren – vom Text zum Bild/rororo) und geht seit mehr als 15 Jahren als Trainerin, Coach und Konzeptexpertin gerne ungewöhnliche Wege.

Erfolgreich ist sie in D/A/CH als Trainerin für Unternehmen und Gesundheitsorganisationen unterwegs, coacht erfolgreich Führungskräfte und tritt als humorvoll-mitreißende Toprednerin auf Kongressen und Veranstaltungen auf.

Margit Hertlein ist Vorstandsmitglied der German Speakers Association (GSA e.V.) und Mentoringleitung der GSA. Mehr über Margit Hertlein erfahren Sie auf www.margit-hertlein.de.

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Christoph Schroeder

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