Einsichten & Ansichten

Margit Hertlein: Humor in der Wirtschaft (22): I feel good (Teil 2) – Feelgood-Manager klassisch

Humor im Unternehmensalltag
Margit Hertlein: Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag (Bild: Fotostudio Hellhörig)

… aus der wöchentlichen Themenserie  „Jetzt mal im Spaß – Humor in der Wirtschaft” von der Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag und leidenschaftlichen Autorin, Rednerin und Trainerin Margit Hertlein. Nach „I feel good (Teil 1)“ folgt heute: I feel good (Teil 2) – Feelgood-Manager klassisch”.

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Also gut, die jungen wilden Start-Ups bringen mit ihren Feelgood-Managern den Humor in die Unternehmen. Aber es gibt auch etliche klassische Unternehmen, die nicht zur Feelgood-Avantgarde gehören, und die Humor ernst nehmen. Klassisches Beispiel dafür ist die Betriebszeitung. Die ist ja prädestiniert, einige Seiten ganz gezielt für Humorvolles aus dem Unternehmen einzuräumen. Richtig zur Sache ging ein deutsches Unternehmen mit dem Umbau eines langen, langweiligen Firmenflurs zu einer „Humorstraße“. Dort hängen schön gestaltet, witzige Bilder, Karten, Comics, die natürlich regelmäßig ausgetauscht werden. Oder das Beispiel eines Krankenhauses. Hier wurde eine Wartezone eingerichtet, die in fröhlichen Farben leuchtet. Zusätzlich gibt es Witzebücher zum Lesen, erheiternde Cartoons an den Wänden und lustige Sendungen auf DVD für die Patienten, die auf Grund ihrer Krankheit, nicht wirklich etwas zum Lachen haben und gerade deshalb etwas brauchen.

Andere Firmen richten einen „Funny Clothing Day“ ein, an dem die Angestellten ohne Kundenkontakt verrückte Sachen tragen dürfen. Oder es gibt Fotowände, auf denen sich das Topmanagement mit witzigen Fotos aus der Kinderzeit outet. Humor hat in Zeiten des Downsizing und des verschärften globalen Wettbewerbs Konjunktur. Denn der Druck auf die Angestellten, so erkennen inzwischen auch die Arbeitgeber, lässt sich nicht beliebig erhöhen. Irgendwann schlagen die zunehmenden Leistungsanforderungen in übermäßigem Stress, Unzufriedenheit, mangelnder Arbeitsmoral und Einfallslosigkeit um.


Lesen Sie auf Seite 2: Humor wird als erster gefeuert.

Christoph Schroeder

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