Management

Margit Hertlein: Jetzt mal im Spaß – Humor in der Wirtschaft (5) – Wer bin ich und was hat Humor mit mir zu tun? (Teil 1)

Humor im Unternehmensalltag
Margit Hertlein: Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag (Bild: Fotostudio Hellhörig)

… aus der wöchentlichen Themenserie “Jetzt mal im Spaß – Humor in der Wirtschaft” von der Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag und leidenschaftlichen Autorin/Rednerin und Trainerin Margit Hertlein. Nach „Warum Krokodile nicht lachen“ (Teil 2) von letzter Woche, folgt heute: „Wer bin ich und was hat Humor mit mir zu tun?“ (Teil 1).

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„Wer bin ich? Und wenn ja, was hat Humor und Lachen mit mir und mit dem Business zu tun?“ Zugegeben, das wirft ein paar Fragen auf. Ich bin doch ganz einfach Ich und Sie sind eben Sie und der da drüben ist halt der da drüben, sagen Sie. Gut, dass Sie das glauben, denn ein stabiles Selbstbild ist eine der wichtigsten Grundlagen für ein gelingendes Leben. Ein stabiles Selbstbild ist aber auch noch etwas anderes: eine Illusion.

Jeder glaubt zu wissen, für welche Werte er steht, welche Eigenschaften seinen Charakter ausmachen, welche Art von Verhalten für ihn typisch ist. Und natürlich hängt es von uns ab, wer wir sind. Der Mensch ist wesentlich wandlungsfähiger, was sein Verhalten angeht. Im Guten wie im Schlechten. Der österreichische Schriftsteller Ödon von Horvath hat einen wunderschönen Satz dazu geschrieben: „Ich bin nämlich eigentlich ganz anders, aber ich komme nur so selten dazu.“ Der Satz passt hervorragend zu diesem Artikel.

Wenn wir also nicht immer der Gleiche sind, wovon hängt unser Verhalten dann ab? Von der Situation, in der wir uns befinden, vom Verhalten der Menschen, die mit uns interagieren, und von den Rollenmustern, in die wir bewusst oder unbewusst schlüpfen. Und damit sind wir bei der Frage: „Wer bin ich?“ und bei der Transaktionsanalyse (zugegeben kein sehr humorvolles oder spaßiges Wort). Dort spricht Eric Berne, der Begründer der Transaktionsanalyse, von drei Ich-Zuständen, die die wesentlichen Beziehungsmuster in der zwischenmenschlichen Kommunikation erfassen. Das Eltern-Ich, das Erwachsenen-Ich und das Kind-Ich. Und diese drei Ichs kommen in unterschiedlichen Kostümen daher.

Ein kritisches Eltern-Ich hat hohe Ansprüche, hebt gern den Zeigefinger und will Verantwortung übernehmen, und wenn das nicht freiwillig geht, dann reißt einem ein kritisches Eltern-Ich auch schon mal das Heft aus der Hand. Scheinbar netter kommt das fürsorgliche Eltern-Ich daher, es sorgt sich um andere und meint es ja nur gut – na ja, Sie wissen schon, wie einem soviel Fürsorge auf den Keks gehen kann. Beiden gemeinsam ist aber, dass sie dem Gegenüber nicht wirklich etwas zutrauen. Das Eltern-Ich lockt nun den Gesprächspartner unbewusst in den Zustand des Kind-Ichs, die beiden passen ja auch wirklich gut zusammen. Besonders das angepasste Kind-Ich ist gern gesehen, denn wie der Name schon sagt passt es sich an, hat Angst etwas falsch zu machen und vermeidet Entscheidungen. Das trotzige Kind-Ich kann schon mal, unabhängig vom Alter, mit dem Fuß aufstampfen oder einen Ordner zu Boden schleudern, wenn etwas nicht so läuft wie es seiner Meinung nach laufen sollte. Die leise Variante ist ein pffff, verbunden mit einem Augenrollen. Und dann gibt es doch noch Hoffnung – das Erwachsenen-Ich. Wenn wir uns in diesem Ich-Zustand befinden, dann lösen wir Konflikte sachlich, sammeln Informationen, gehen Ursachen auf den Grund und zeigen dabei eher wenig Emotionen. Last but not least kommt der für den Humor wichtigste Ich-Zustand, das spielerische Kind-Ich.

Die Frage ist nun, warum Sie das eigentlich im Zusammenhang mit dem Humor alles wissen sollten? Ganz einfach: wenn das Verhalten eines Menschen auch davon abhängt, wie die Ich-Zustände seiner Mitmenschen beschaffen sind, dann sollte man sich in den Führungsetagen der Unternehmen ernsthaft Gedanken darüber machen, wie denn diese Ich-Zustände der Führungskräfte beschaffen sein müssen, um ein Verhalten zu erzeugen, dass für das Unternehmen von Vorteil ist? Und da gibt es klare Hinweise für den Humor, aber erst im nächsten Artikel.

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Über die Autorin

Margit Hertlein, Humor
Foto: Margit Hertlein

Margit Hertlein, die Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag.

Sie hält leidenschaftlich gerne Vorträge, schreibt Longseller-Bücher (u.a. Mind Mapping/rororo/13. Auflage;  Präsentieren – vom Text zum Bild/rororo) und geht seit mehr als 15 Jahren als Trainerin, Coach und Konzeptexpertin gerne ungewöhnliche Wege.

Erfolgreich ist sie in D/A/CH als Trainerin für Unternehmen und Gesundheitsorganisationen unterwegs, coacht erfolgreich Führungskräfte und tritt als humorvoll-mitreißende Toprednerin auf Kongressen und Veranstaltungen auf.

Margit Hertlein ist Vorstandsmitglied der German Speakers Association (GSA e.V.) und Mentoringleitung der GSA. Mehr über Margit Hertlein erfahren Sie auf www.margit-hertlein.de.

Christoph Schroeder

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