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Margit Hertlein: Jetzt mal im Spaß – Humor in der Wirtschaft (8): Vorsicht spielende Kinder! (Teil2)

Humor im Unternehmensalltag
Margit Hertlein: Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag (Bild: Fotostudio Hellhörig)

… aus der wöchentlichen Themenserie “Jetzt mal im Spaß – Humor in der Wirtschaft” von der Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag und leidenschaftlichen Autorin/Rednerin und Trainerin Margit Hertlein. Nach “Vorsicht spielende Kinder! (Teil 1)” folgt heute: “Vorsicht spielende Kinder! (Teil 2)”

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Der Ich-Zustand des spielerischen Kind-Ichs ist nicht nur in Firmen viel Geld wert. Auch die vermeintliche trockene und humorferne Naturwissenschaft hat einige herausragende Vertreter des spielerischen Kind-Ichs.

Am besten erzählt man da die Geschichte über Richard Feynman. Sie erklärt, wenn zwar nicht alles, so doch ziemlich vieles. Der spätere Physik-Nobelpreisträger war Zeit seines Lebens ein Bastler, ein Spieler, fasziniert von Naturwissenschaft und Technik. Als Kind reparierte er Radios als Erwachsener revolutionierte er die Quantenmechanik. Nebenbei stieß er in Maya-Schriften auf astronomische Muster, entdeckte nur wegen eines unglücklichen Zufalls nicht als erster die DNS als Baustein des Lebens und führte Studien zur Aktmalerei durch – in einem Nachtclub.

Feynman war ein Genie und ein Spieler im besten aller möglichen Sinne.

Als Feynmann in den 50er-Jahren eine Professur erhielt, fühlte er sich verpflichtet, sich nun auch professoral zu verhalten. Er begann, ernsthafter und gediegener zu arbeiten. Sparte sich die Ausflüge auf fremde Fachgebiete, unterließ allzu abseitige Experimente und verzichtete – vermutlich schweren Herzens – auf die jungenhaften Streiche und Albereien, für die er bekannt war.

Das Ergebnis: Feynman kam in der Mittelmäßigkeit an, sein Genie lag in Ketten. Zum großen Glück für die wissenschaftliche Welt und für Feynman bemerkt er selbst, dass er feststeckte. Er überlegt, was vorher anders war, verzichtete darauf, die Umstände oder andere Menschen für seine Stagnation verantwortlich zu machen und schickte mit einem lächelnden “Aha” den Ernst in die Wüste. Seit diesem Aha-Erlebnis verhielt er sich nach Lust und Herzenslaune unprofessoral und ging als einer der größten Physiker aller Zeiten in die Geschichte ein. „Eigentlich habe ich immer nur gespielt“, soll Feynman einmal über seine Arbeit gesagt haben.

Ein Satz, den man in jede deutsche Fabrikhalle und in jedes Bürogebäude meißeln müsste. Ernst bei der Arbeit macht nichts kaputt, im Grunde genommen ist er eine sehr solide Sache. Aber zu viel Ernst sorgt für Stillstand. Die Menschen hören dann auf, die Dinge auf den Kopf zu stellen, nur um sie von unten zu betrachten. Aus dem einfachen Grund, weil in 499 von 500 Fällen herauskommt, dass die Sachen schon richtig herum standen. Aber es geht um dieses eine Mal, in dem sich eine völlig neue Perspektive eröffnet, sich eine ganz andere, viel bessere Lösung abzeichnet. Am Ende ist der Fertigungsablauf rationalisiert oder der Klettverschluss erfunden. So geht Innovation, mit spielerischem Humor.

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Über die Autorin

Humor im Unternehmensalltag

Margit Hertlein: Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag (Bild: Fotostudio Hellhörig)

Margit Hertlein, die Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag.

Sie hält leidenschaftlich gerne Vorträge, schreibt Longseller-Bücher (u.a. Mind Mapping/rororo/13. Auflage;  Präsentieren – vom Text zum Bild/rororo) und geht seit mehr als 15 Jahren als Trainerin, Coach und Konzeptexpertin gerne ungewöhnliche Wege.

Erfolgreich ist sie in D/A/CH als Trainerin für Unternehmen und Gesundheitsorganisationen unterwegs, coacht erfolgreich Führungskräfte und tritt als humorvoll-mitreißende Toprednerin auf Kongressen und Veranstaltungen auf.

Margit Hertlein ist Vorstandsmitglied der German Speakers Association (GSA e.V.) und Mentoringleitung der GSA. Mehr über Margit Hertlein erfahren Sie auf www.margit-hertlein.de.

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Christoph Schroeder

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