Management

Margit Hertlein: Jetzt mal im Spaß – Humor in der Wirtschaft (2): Gelotologen, Stress und gesunder Humor

Humor im Unternehmensalltag
Margit Hertlein: Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag (Bild: Fotostudio Hellhörig)

… aus der wöchentlichen Themenserie  „Jetzt mal im Spaß – Humor in der Wirtschaft” von der Expertin für den humorvollen Blick auf den Unternehmensalltag und leidenschaftlichen Autorin, Rednerin und Trainerin Margit Hertlein. Nach dem letzten Beitrag „Niemand erkennt mein Genie“ folgt heute: „Gelotologen, Stress und gesunder Humor.“

Rund die Hälfte aller Krankmeldungen ist stressbedingt. Kostenpunkt für Europas Unternehmen: 250 Milliarden Euro pro Jahr. Die Fehler und Unachtsamkeiten gar nicht gerechnet, mit denen die dauergestressten Produkte verderben oder Kunden vergraulen. Das mit dem Stress ist arbeitstechnisch also ein ernstes Problem. Unglücklicherweise ist ordentlich bezahlte Arbeit ganz ohne Stress kaum zu haben. Es braucht also Lösungen im Umgang mit dem Stress.

Kokain wäre eine Möglichkeit. Konsumenten berichten im Internet, wie hervorragend das weiße Pulver sei für einen anstrengenden Arbeitstag. HALT: Keine Angst, das ist kein Plädoyer für eine illegale Droge als legitimes Mittel im Umgang mit Arbeitsstress. Ich empfehle stattdessen die körpereigene Kokain-Alternative: Lachen.

Lachen? Ehrlich – kein Spaß. Lachen ist wie Kokain. Naja fast, das eine ist eine illegale Droge mit katastrophalen Nebenwirkungen, das andere ein gesundheitsfördernder Körpermechanismus. Entscheiden Sie sich also für das Lachen. Kein Anti-Stress-Mittel ist einfacher, billiger und gesünder.

Aber, was soll das Lachen denn nun eigentlich bringen? Es sorgt dafür, dass im Gehirn der Botenstoff Dopamin aktiviert wird und ein intensives Wohlgefühl entsteht. Und das ist noch längst nicht alles. Da braucht man nur mal den Gelotologen um die Ecke zu fragen, der erklärt einem das gerne. Gelotologe? Ja, ein Lachwissenschaftler. Ein anerkannter Wissenschaftszweig.

Der Gelotologe jedenfalls würde feststellen, dass während des Lachens körpereigene Opiate und Katencholamine ausgeschüttet werden, die schmerzstillend und stimulierend wirken. Dass die Produktion von Immunstoffen, die für die Bekämpfung von Krankheiten zuständig sind, sich drastisch erhöhen. Dass die Werte des Immunblockers Cortisol sich halbieren, die unter Dauerstress zu hoch sind. Dass das Zwerchfell und der Solarplexus intensiv massiert werden. Und, und, und … Lachen ist, was die Gesundheit betrifft, eine echte Wunderwaffe. Eben eine, die auf natürliche Weise gegen Stress hilft, indem sie für Entspannung sorgt. Und Mitarbeiter, die viel lachen, sind stressresistenter und sehr viel kreativer. Lachen kann Konfliktsituationen die Schärfe nehmen und Teams zusammenschweißen. Wenn die Mitarbeiter zum Lachen nicht bis nach Feierabend warten müssen, steigen die Chancen, dass das mit dem Stressabbau vernünftig funktioniert. Und das kann nur im Interesse des Unternehmens sein, man erinnere sich an die 250 Milliarden Euro plus X stressbedingter Kosten pro Jahr. In Zukunft könnte also könnten der Chef oder die Chefin den Mitarbeitern mit gutem Beispiel vorangehen. Selber lächeln, alberne Gespräche in der Kaffeeküche gut finden, sich selbst auf den Arm nehmen oder einfach den laut Internetgemeinde besten Witz der Welt erzählen. Der geht so:

„Zwei Jäger gehen durch den Wald. Plötzlich bricht einer von ihnen zusammen. Er atmet nicht mehr und seine Augen sind glasig. Der andere Jäger greift zum Handy und ruft den Notruf. ‚Mein Freund ist tot! Was soll ich tun?“ fragt er in Panik. ‚Ganz ruhig‘, bekommt er zur Antwort. ‚Zunächst sollten Sie ganz sicher sein, dass er tatsächlich tot ist.‘ Stille – dann ein Schuss. Danach wieder die Stimme des Jägers: ‚Und jetzt?“

Da kann man jetzt unterschiedlicher Meinung sein, ob das nun wirklich die finale Pointe allen Humors ist. Letztlich aber ist das gar nicht entscheidend. Denn es geht weniger darum, worüber wir lachen, sondern vielmehr darum, dass wir lachen und das auch noch gemeinsam. Denn Lachen ist nicht nur gesund, es ist auch ansteckend und stiftet ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Auch keine so schlechte Sache für die Belegschaft eines Unternehmens. Wer sich mit den Kollegen auf der Arbeit verbunden fühlt, wird kaum wegen des Anflugs eines Unwohlseins Zuhause bleiben. Nicht, wenn er weiß, dass seine Abwesenheit der Kollege X ausbaden muss, der doch eigentlich ein ganz ein netter ist. Der hat doch auch diesen Witz erzählt. Wie ging der noch. „Zwei Jäger gehen durch den Wald …“. Falls Sie noch andere Witze suchen: in meinem Blog http://margit-hertlein.blogspot.de gibt es einige die mir besonders gut gefallen.

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Über die Autorin

Humor im Unternehmensalltag
Margit Hertlein / Fotostudio Hellhörig

Sie hält leidenschaftlich gerne Vorträge, schreibt Longseller-Bücher (u.a. Mind Mapping/rororo/13. Auflage;  Präsentieren – vom Text zum Bild/rororo) und geht seit mehr als 15 Jahren als Trainerin, Coach und Konzeptexpertin gerne ungewöhnliche Wege.

Erfolgreich ist sie in D/A/CH als Trainerin für Unternehmen und Gesundheitsorganisationen unterwegs, coacht erfolgreich Führungskräfte und tritt als humorvoll-mitreißende Toprednerin auf Kongressen und Veranstaltungen auf.

Margit Hertlein ist Vorstandsmitglied der German Speakers Association (GSA e.V.) und Mentoringleitung der GSA. Mehr über Margit Hertlein erfahren Sie auf www.margit-hertlein.de.

Marc Brümmer

Ein Kommentar zu “Margit Hertlein: Jetzt mal im Spaß – Humor in der Wirtschaft (2): Gelotologen, Stress und gesunder Humor

  1. Lachen im Job ist so wichtig! Allerdings lachen wir viel mehr über unterhaltsame Situationen und kleine Bemerkungen (Gags). Bei einem Witz a la „Treffen sich zwei Jäger…“ steht immer „Achtung, dass soll lustig sein“ dran. Damit geht man immer auch ein kleines Risiko ein. Wenn man vorher über Jäger gesprochen hat, prima.
    So jetzt nehmen Sie sich für heute vor, doch mal einen Kollegen zum Lachen zu bringen. Sie wissen ja: wie man in den Wald hineinruft…

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