Wirtschaft

Markteingriff gefordert: sich selbst verstärkende Spekulationswellen im Entstehen abfangen

Angesichts der erneut schweren Turbolenzen auf den Finanzmärkten (siehe AGITANO-Artikel) fordert der Direktor des renommierten deutschen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, dass die Politik nun dringend Vertrauen erzeugt. „Die Lage ist besorgniserregend. Denn die Panik an den Finanzmärkten kann schnell die Kreditvergabe und die Kreditnachfrage zum Absturz bringen.“ Laut dem Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, bedeutet dies nicht nur eine solide Finanzpolitik in den Schuldenländern, sondern explizit „kurzfristige markttechnische Maßnahmen (…), um die Finanzmärkte zu stabilisieren. Markteingriffe durch den Rettungsschirm EFSF stehen hier an erster Stelle, um selbstverstärkende Spekulationswellen gleich im Entstehen abzufangen und damit zu verhindern, dass sie sich zu schweren Turbulenzen ausweiten.“ Anders ausgedrückt: Der Finanzmarkt schreit geradezu nach Regulierung, auch wenn die großen Privatbanken und Finanzinvestoren dies vehement über ihre Lobbyisten zu verhindern versuchen. Der Ausgang des Duells bleibt spannend und ist zukunftsweisend für die Stabilität der Weltwirtschaft in den nächsten Jahren – und dementsprechend auch für das stark exportlastige und daher von der Konjunktur der Weltwirtschaft stark abhängige Deutschland.

IMK-Direktor Horn warnt sogar vor einer neuen globalen Weltwirtschaftskrise sollte der jetzige Zustand anhalten. Anfang Juli hatte bereits der stellvertretende russische Wirtschaftsminister eine neue Weltwirtschaftskrise für 2018/19 prognostiziert. Allerdings dürfte seiner Einschätzung nach die US-Volkswirtschaft bereits in den Jahren 2013/14 drastisch unter Druck geraten, mit entsprechenden Folgen für die Weltwirtschaft.

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