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Masterflex AG: NRW „Turnarounder des Jahres 2011“

Es ist eine besondere Leistung, ein Unternehmen von dem Rand des Ruins zu retten und wieder zu einem hoch profitablen und wirtschaftlichen Mitglied des Marktes zu transformieren. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO und das Wirtschaftsmagazin „Impulse“ zeichnen jedes Jahr die herausragenden Leistungen der Firmen aus, denen die Rettung des eigenen Unternehmens gelungen ist. Der Award trägt den Namen „Turnarounder des Jahres“. Dabei zeichnet der diesjährige Award vor allem mutige Entscheidungen, Verantwortungsbereitschaft und zielstrebiges Handeln aus. „Sie beweisen, dass ein erfolgreiches Comeback in jedem bedrohten Unternehmen möglich ist." Der Preis wurde an Betriebe bis 500 Mitarbeiter und über 1.000 Mitarbeiter vergeben, bei denen Management und Belegschaft ihren Untergang mit innovativen und mutigen Schritten abwenden konnten.

Bei den Unternehmen mit einer Betriebsgröße bis 500 Mitarbeiter hat der Aufstieg der Nordrhein-Westfälischen Masterflex AG und dessen Vorstandsvorsitzenden Dr. Andreas Bastin, die Jury besonders beeindruckt. Dem Hersteller für Verbindungs- und Schlauchsysteme aus innovativen High-Tech-Kunststoffen für die Luftfahrt-, Auto und anderen Industrien, der seit 2000 am SDAX notiert war, drohte 2008 die Insolvenz. Durch eine expansive Unternehmenspolitik und der Übernahme vieler Firmen entwickelte sich eine unrentable und unwirtschaftliche Unternehmensstruktur, die fast keine Synergie-Effekte aufwies. An seinem niedrigsten Punkt besaß die Masterflex AG insgesamt 70 Millionen Schulden bei 13 verschiedenen Banken.

Dr. Bastin erkannte das Problem schnell: Vier der fünf Geschäftsbereiche erwirtschafteten Verluste. Einzig und allein das Kerngeschäft warf Gewinne ab, auch während der Wirtschaftskrise. Der Vorstandsvorsitzende machte sich schnell daran, die verlustreichen Tochterfirmen aus dem Unternehmen auszugliedern. Keine leichte Aufgabe, denn laut Dr. Bastin gab es keine Zeit mehr, die „Bräute“ hübsch zu machen. „Sie waren – ich muss es so sagen – hässlich. (…) Es war unmöglich, zu dieser Zeit vernünftige Preise zu erzielen.“ Nach drei Jahren herber Einschnitte, die das Unternehmen retten sollten, soll das Jahr 2010 das letzte mit Verlust gewesen sein. Jedoch verlangten die Einschnitte ihren Tribut: Der Umsatz sank von 140 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro und die Belegschaft von 850 Mitarbeiter auf 350 Mitarbeiter. 2011 erwartet Dr. Bastin nun einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von sieben Millionen Euro. Das Unternehmen will sich weiter auf sein profitables Kerngeschäft konzentrieren und hat jetzt vor, internationale Märkte zu erschließen.

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