Energie & Umwelt

Meeresspiegel in den letzten 130 Jahren um 20 cm gestiegen – schneller als je zuvor

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat anhand von fossilen Ablagerungen die erste durchgehende Rekonstruktion der Meeresspiegelschwankungen in den letzten 2.000 Jahren erarbeitet – für den Zusammenhang zwischen Lufttemperatur und Anstieg des Meeresspiegels lag bislang nur für die letzten 130 Jahre vor. Die neue Studie weist dies nun für 1.000 Jahre nach und erhärtet die Annahme, dass der Meeresspiegel umso rascher steigt, je wärmer das globale Klima wird: Einerseits schmelzen Eismassen und lassen so den Meeresspiegel steigen, andererseits erwärmt sich auch das Meerwasser, wodurch es sich ausdehnt. Die Studie hat nun vier Phasen in den letzten 2.000 Jahren ergeben: Von 200 vor unserer Zeitrechnung bis 1.000 n.u.Z. war der Meeresspiegel stabil. In den nächsten vier Jahrhunderten der mittelalterlichen Warmperiode stieg der Meeresspiegel um etwa fünf Zentimeter pro Jahrhundert an. Anschließend blieb er bis zum Ende des 19. Jahrhunderts erneut stabil. Seitdem ist der Meeresspiegel so schnell gestiegen, wie nie zuvor. In den 130 Jahren der industriellen Revolution wurde bereits ein Anstieg von 20 Zentimetern registriert. Das PIK: „Damit ist dieser Anstieg um ein Mehrfaches schneller als alles, was es in den vorausgegangenen 2000 Jahren gegeben hat.“ (Die Prognosen für das aktuelle 21. Jahrhundert reichen von 10 bis 90 Zentimeter, unter bestimmten Umständen sind allerdings auch zwei Meter möglich.)
 

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