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Mehr Frauen in Führungspositionen durch strategisches Wissen

Warum sind Frauen in Führungspositionen noch immer unterrepräsentiert – sowohl in Deutschland, als auch in den USA? Susan Colantuono ist CEO von Leading Women, einer Unternehmensberatung, die das Ziel verfolgt, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Sie ist überzeugt: Es liegt daran, dass Frauen bei der Karriereentwicklung falsche Schwerpunkte setzen. Denn entscheidend dafür, in eine Top-Position zu kommen, ist, über Finanzen und strategische Unternehmensziele Bescheid zu wissen und entweder konkrete Ratschläge geben zu können oder selbst aktiv zu werden.

 

(Quelle: TED Talks / YouTube)

 

Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert

Frauen in Führungspositionen sind noch immer unterrepräsentiert. Und das, obwohl sie öfter studiern und bessere Noten haben als ihre männlichen Altersgenossen. In Deutschland waren Ende 2012 in den 200 größten Unternehmen nur 13 Prozent der Aufsichtsratspositionen und lediglich vier Prozent der Vorstandspositionen mit Frauen besetzt. In den USA ist die „Gender Gap“ zwar kleiner, Frauen sind mit einem Anteil von 33 Prozent aber im Top-Management ebenfalls unterrepräsentiert, während sie im mittleren Management 50 Prozent stellen. Susan Colantuono suchte nach den Ursachen und stellte fest: Frauen wissen meist nicht, worauf es wirklich ankommt – weil es ihnen keiner sagt. Denn entscheidend für eine Beförderung in eine Top-Position ist strategisches Wissen über Finanzen und Unternehmensziele.

Karriereentwicklung von Frauen

Viele Frauen in den USA machen die Erfahrung, dass sie zwar viel in die Karriereentwicklung investieren, bei Beförderungen aber dennoch übergangen werden. Sie bilden sich weiter, arbeiten hart, bauen ihre Netzwerke aus. Doch ab einem bestimmten Punkt geht es für sie nicht weiter, obwohl sie (anscheind) alles dafür tun. De facto sind Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert.

Das Dreieck der Karriereentwicklung

Drei Faktoren sind entscheidend für die Karriereentwicklung:

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Screenshot aus: Susan Colantuono: The career advice you probably didn’t get (© TED / YouTube; Originalvideo unter https://www.youtube.com/watch?v=JFQLvbVJVMg)
  • sich selbst und seine Fähigkeiten auszubauen und weiterzuentwickeln, z.B. durch harte Arbeit, Weiterbildung in verschiedenen Bereichen, Networking
  • seine Fähigkeiten im Umgang mit anderen weiterzuentwickeln, z.B. Teamleitung, Kommunikation, Personalführung, Kundenbetreuung
  • sich strategisches Wissen über die Unternehmensziele und -finanzen anzueignen, entsprechende Kompetenz zu entwickeln, um Ratschläge geben zu können, bzw. Maßnahmen zu ergreifen.

Tatsächlich legen Frauen bei ihrer Karriereentwicklung den Fokus meist auf die beiden ersten Punkte – der Grund: Ihnen wird vermittelt, dass das die entscheidenden Faktoren seien. Der Grund sind meist gedankliche Muster, die zu einer Ungleichbehandlung der Geschlechter führen, z.B. in Mentoring-Programmen (siehe Bild).

Was ist zu tun?

Damit Frauen in Führungspositionen vordringen, müssen sie sich strategisches Wissen über die kurz-, mittel- und langfristigen Unternehmensziele aneignen und damit punkten, wenn es um Beförderungen geht. Aber Frauen sind nicht allein in der Pflicht, auch im Management ist einiges zu tun – Susan Colantuono schlägt Folgendes vor:

  • Die Unternehmensführung sollte dafür sorgen, dass ebenso viele Frauen wie Männer als potenzielle Nachfolger zur Verfügung stehen
  • Wenn Frauen zu wenig über die Unternehmensziele und die Finanzen wissen, sollten CEOs Maßnahmen ergreifen, um diese Wissenslücken zu schließen
  • HR Manager sollten die Gender Gap sukzessive schließen
  • Führungskräfte sollten ihre Denkmuster hinsichtlich Geschlechterrollen und der unterschiedlichen Förderung von Frauen und Männern schließen.
Katja Heumader

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