Deutschland

Mehr Sicherheit im Lottogeschäft seit 2012

Im Sommer des vorletzten Jahres ging ein Ruck durch die Strukturen der deutschen Lotteriegesellschaften. Die Nachbeben dessen sind auch noch heute deutlich zu bemerken.

Die Frage, wer Millionär wird, wird nicht nur auf RTL durch Günther Jauch entschieden. Jeden Ziehungstag hoffen viele tausend Spieler bundesweit, dass ihre Zahlen diejenigen sind, welche von Fortuna der Lottofee in die Hand gespielt werden. Dieses Jahr waren es bisher 18 Glückliche, im Vergleich dazu waren 2012 115 und 2013 90 glückliche Gewinner. Dem gegenüber stehen jeden Ziehungstag fast 30 Millionen Teilnehmer in den unterschiedlichsten Lotteriespielen.

Sinkende Einnahmen für die alteingesessenen Lotto-Anbieter

Damit klingelt es für die Veranstalter ganz ordentlich in den Kassen. Allein der Deutsche Lotto- und Totoblock (DLTB) erwirtschaftete 2012 etwa 6,4 Milliarden Euro Umsatz. Ein Grund zur Freude möchte man annehmen. Doch dieser Eindruck täuscht. Für die alten Anbieter im Lottogeschäft sind die Zahlen rückläufig und im Gegensatz zu den vergleichsweise jungen Teilnehmern an den großen Lotterien Europas sinken die Einnahmen der alten Hasen von Jahr zu Jahr. Mit diesem Abflauen der Spielbegeisterung altern auch die Spieler. 2012 war der durchschnittliche Teilnehmer 60 Jahre alt.

Dem entgegen stehen viele moderne Anbieter aus dem Internet. Dienste wie Lottoland bieten ihre Dienste mittels nur weniger Mausklicks an und ermöglichen es auch an internationalen Lotteriespielen bequem und legal von zu Hause aus teilzunehmen. Dieses Angebot präsentiert sich den dort deutlich jüngeren Teilnehmern mit erheblich mehr Sexappeal als der Gang zu Lottoannahmestelle.

Hoffnung auf Seiten der Alten, mehr Sicherheit für die Zukunft

Der DLTB erhofft sich nun von der dem am 01. Juli 2012 in Kraft getretenen neuen Glücksspielstaatsvertrag neuen und frischen Wind in den Segeln nebst einem endlich wieder steigenden Umsatz. In diesem, mit Haken und Ösen ausgehandelten,Vertrag halten die Bundesländer in ihrer Form als Regulatoren des des Glücksspielmarktes an dem staatlichen Monopol über das Glücksspiel fest. Die versteiften Marktstrukturen mussten aber auf Druck der Länder hin für neue und private Wettbewerber geöffnet werden. Bis erst einmal Sommer 2019 wurden 20 neue Konzessionen auch an Sportwettenanbieter vergeben. Damit wurde zeitgleich der einige Jahre untersagte Vertrieb über das Internet wieder legalisiert und unter staatlichen Schutz gestellt. Im Umkehrschluss wollen allerdings die staatliche Lottoanbieter über ihre eigene Sportwettenplattform Oddset ebenfalls neue Lotteriekonzessionen erwerben.

Unterm Strich bedeutete dieser neue Staatsvertrag eine deutliche Beruhigung des Lotteriegeschäftes, kehrt doch insbesondere für begeisterte Lottospieler eine deutlich größere Sicherheit bei der Teilnahme ein. Durch die Legalisierung des Onlinespiels genießt auch diese staatlichen Schutz und Lottospieler können sich sicher sein, ihre erspielten Gewinne auch in voller Höhe zu erhalten. Aber dadurch erfahren auch Spielhallen eine deutliche Regulierung und stärke Überwachung. Im Gegensatz zu den Lotterien ist aus Spielhallensicht wenig im Kampf gegen Spielsucht zu hören. Hier werden diese dann stärker in die Pflicht genommen.

Mit den seit dem wieder steigenden Spielerzahlen freut sich aber auch mancher Lottospieler, bedeuten doch höhere Spielerzahlen in den meisten Lotterien immer auch mehr Geld im Jackpot. Wenn die Lottofee und Fortuna dann also einem Lottomillionär hold sind, bedeutet dies für so einen Glückspils immer einen noch größeren Millionengewinn.

Oliver Foitzik

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