Frauen im Business

„Meine erste Vision habe ich mit 20 umgesetzt“ – Interview mit Silvia Ziolkowski

Menschen brauchen eine Vision, die sie antreibt, davon ist Silvia Ziolkowski überzeugt. Seit über 25 Jahren ist sie Unternehmerin – und hatte dabei stets eine Vision, die ihr zeigte „wo’s langgeht“. Deshalb unterstützt sie heute als Coach andere dabei, eine Vision zu entwickeln, umzusetzen und am Ball zu bleiben. Am 7. März 2015 können Sie Silvia Ziolkowski auf dem Feminess Kongress live als Speakerin erleben.

 

Persönlicher Kurzsteckbrief von Silvia Ziolkowski

Jahrgang: 1963

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Bild: © Silvia Ziolkowski

Position: Inhaberin

Unternehmen: ArtVia net.consult

Vorlieben und Interessen: Ich bin ein grundneugieriger Mensch und beseelt von dem was ich tue. Ich engagiere mich mit Freude im Ehrenamt und begleite junge Menschen auf ihrem Zukunftsweg und tanze seit über 20 Jahren Standard- und Lateinamerikanische Tänze.

Interview mit Silvia Ziolkowski über ihre Vision

Hallo Frau Ziolkowski, Sie sind Unternehmensberaterin und Expertin für Visionsentwicklung und nachhaltige Zukunftsgestaltung. Wie wird man Zukunftsentwicklerin und -gestalterin?

Das hat sehr viel mit meinen gesammelten Erfahrungen und meinem Lebensweg zu tun. Ich habe mit 20 meinen ersten großen Traum umgesetzt und bin als Au Pair in die USA gegangen, habe mit 25 mit zwei Kollegen ein international agierendes IT-Unternehmen aufgebaut und habe mit knapp 40 gemeinsam mit meinem Partner die ArtVia net.consult gegründet. Persönlich habe ich immer Menschen bewundert, die wussten, wo es für sie lang geht. Und als junge Unternehmerin durfte ich in einem Team wachsen, das beseelt war, eine Vision umzusetzen. Was mit Unternehmen und Menschen passiert, die keinen Wert auf Zukunfts- und Visionsentwicklung legen, habe ich auch erlebt und lässt sich am besten mit einem Zitat von Erich Fromm beschreiben. „Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man strebt, nach der man sich sehnt, die man verwirklichen möchte, dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen.“ Und ich habe erkannt, dass es sich lohnt, sich regelmäßig mit den eigenen Wünschen, Träumen und Visionen auseinanderzusetzen, denn dann habe ich auch Lust mich anzustrengen. Ich trete dafür an, dass Menschen und Unternehmen mehr Erfüllung und Freude erleben – im Leben und in der Arbeit.

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Bild: © Silvia Ziolkowski

Ihr Vortragstitel beim Feminess-Kongress 2015 lautet „Future Zooming®: Wissen, wo’s lang geht“. Was ist Future Zooming®?

Kennen Sie das Gefühl, das sich einstellt wenn man eine Sehnsucht in sich spürt die einen umtreibt, die man aber nicht beschreiben kann? Manchmal drücken wir das auch mit dem Satz: „Das kann doch nicht alles gewesen sein.“ aus. Genau da kann Future Zooming® unterstützen. Ich habe mit dem Future Zooming-Ansatz® ein Werkzeug geschaffen, um die eigenen Wünsche und beruflichen Visionen zu klären. Es besteht, wie der Name schon vermuten lässt, aus zwei Teilen. Einmal aus FUTURE, d.h. der Entwicklung des eigenen großen Zukunftsbildes und aus ZOOMING, einem Acht-Schritte Programm, um die Umsetzung der Vision wahrscheinlicher zu machen.

Mit Ihrem Future Zooming®-Ansatz unterstützen Sie Menschen bei der Findung und Umsetzung persönlicher Visionen. Wie kann man sich das vorstellen?

Jeder von uns trägt den Traum eines gelungenen Lebens in sich. Damit dieser Traum eine Chance hat, Wirklichkeit zu werden, braucht er immer wieder Aufmerksamkeit. Und es braucht eine Strategie, wie es gelingt, zu starten, durchzuhalten und letztendlich zu siegen. Future Zooming® ist so eine Strategie. Im ersten Teil erarbeiten wir das große Zukunftsbild und verankern es in einem fetzigen Projekt. Im zweiten Teil arbeiten wir an der Motivation, den möglichen Bremsern und den nötigen Schritten zum Ziel.

Was braucht man dafür alles?

Die Lust, sich auf den Weg zu machen und einen Tag Zeit zum Träumen, Überprüfen, Planen und Erarbeiten. Das geht im Selbstlernkurs, den ich über diplomero anbiete, im Einzelcoaching oder im Future Zooming-Workshop mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter. Den Workshop biete ich allerdings nur zweimal pro Jahr an. Schnell sein lohnt sich also!

Was hindert Menschen daran, ihre Vision umzusetzen?

Ich habe durch die vielen Interviews, Workshops und Coachings, die ich durchgeführt habe, sechs Punkte identifiziert, die uns vom Durchstarten abhalten:

  1. Die Vision ist zu klein – heißt sie begeistert uns nur kurzfristig.
  2. Wir haben zu viele Eisen im Feuer und können uns so nicht ausreichend fokussieren.
  3. Die Schritte sind zu groß und passen nicht in unseren Alltag. Das frustriert uns und wir geben auf.
  4. Wir schätzen die Zeitdauer falsch ein: Wir überschätzen, was wir in einem Jahr schaffen und unterschätzen total, was in sieben bis zehn Jahren möglich ist.
  5. Wir hören zu wenig auf unser Herz und dafür zu sehr auf das, was andere sagen. Das verunsichert uns, macht uns langsam und lässt uns vielleicht sogar aufhören, an unsere Vision zu glauben.
  6. Wir warten auf den perfekten Zeitpunkt. Das ist vor allem für uns Frauen ein Thema, weil wir glauben, noch nicht gut genug zu sein.

Wie wichtig ist für Menschen, eine eigene Vision zu haben?

Eine Vision ist wie ein Leitstern der uns Richtung und Orientierung gibt. Sie lässt uns gehen und mutig sein. Ich mag den Satz von Jens Corssen sehr gerne, der sagt: „Visionen sind die Hormone des Mutes und des Vertrauens.“ Ich bin überzeugt: Wenn wir das verinnerlichen, dann gibt es sehr viel weniger Orientierungslosigkeit, viel mehr Lust auf Leistung, mehr Heiterkeit und innere Zufriedenheit.

Sie sind auf dem Feminess-Kongress 2015 als Referentin mit dabei. Was erwartet die Teilnehmerinnen?

Mein Thema ist ja, „Wissen wo’s langgeht.“ Genau darauf nehme ich Bezug.
Ich beleuchte das Thema Vision und gebe Antworten auf die Fragen:

  • Was brauchen wir genau um zu starten?
  • Was hindert uns daran durchzuhalten?
  • Ist es denn wirklich wichtig, siegen zu wollen?

Ich freue mich schon sehr auf den Kongress, auf meine Kolleginnen und vor allen auf die Teilnehmerinnen und die Energie die wir alle zusammen an diesem Tag erleben werden.

Liebe Frau Ziolkowski, vielen Dank für das visionäre Gespräch. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg!

Ganz herzlichen Dank für Ihre interessanten Fragen und das Interview. Es hat mir Freude gemacht mich mit Ihren Fragen zu beschäftigen.

Das Interview führte Oliver Foitzik, Herausgeber von AGITANO und HCC-Magazin.

Hinweis der Redaktion

Nehmen auch Sie am Feminess Kongress 2015 am 07. März 2015 in Frankfurt am Main teil. Ein tolles Programm erwartet Sie. Sichern Sie sich hier gleich Ihren Platz: www.feminess-kongress.de/tickets. Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.feminess-kongress.de.

 

Über Silivia Ziolkowski

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Bild: © Silvia Ziolkowski

Silvia Ziolkowski ist seit ihrem 25. Lebensjahr Unternehmerin und seit mehr als zehn Jahren Coach und Zukunftsentwicklerin. Sie arbeitet mit Menschen und Unternehmen an deren guter Zukunft. Als Rednerin rückt Silvia Ziolkowski das Thema Visionsentwicklung in den Mittelpunkt. Neben Future Zooming hat sie gemeinsam mit ihrem Mann den Smile-Collector entwickelt, ein Onlinetool für Stimmungsmanagement ist. Ziolkowski lehrt an mehreren Akademien und ist 2013 in den Senat der Wirtschaft berufen worden.

Katja Heumader

Ein Kommentar zu “„Meine erste Vision habe ich mit 20 umgesetzt“ – Interview mit Silvia Ziolkowski

  1. Eine starke Vision ist nicht nur für das Erreichen persönlicher Ziele äußerst hilfreich wie in dem Artikel dargestellt, sondern auch für Unternehmen. Das Prinzip ist dasselbe, die Vision dient als „Nordstern“ an dem man sich orientieren und ausrichten kann.

    Klingt eigentlich ganz einfach … . Eigentlich.

    Eine klare Vision findet man heutzutage leider in den wenigsten Unternehmen und viel zu oft tauchen darin Worte wie „Marktführerschaft“, „der Größte“ und so weiter auf.

    Was eine wirklich gut formulierte Vision ausmacht kann man z.B. hier nachlesen: murakamy.com/retreat

    Ich hoffe, dass Menschen wie Frau Ziolkowski dem Thema Vision in Zukunft eine größere Bedeutung verleihen und, dass sich Personen, Unternehmen, Politiker usw. in Zukunft mehr Gedanken darüber machen, warum sie das tun was sie tun, für wen sie es tun und was sie damit eigentlich erreichen wollen.

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