Klima & Umwelt

Methoden für mehr Nachhaltigkeit im Online-Versand

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Kürzlich zeigte die Gründerin des Unternehmens „Original Unverpackt“ in der Start-up-Show „Die Höhle der Löwen“ eindrucksvoll, wie viel Plastikmüll in allen möglichen Lebenslagen eigentlich vermieden werden kann. In der Show erzählte sie über ihren Einzelhandel in Berlin, in dem ausschließlich unverpackte Waren ohne Plastik verkauft werden; ebenso, dass sie nun auch einen Online-Shop anbieten möchte. Dafür brauche sie Kapital und Unterstützung. Doch die Löwen hatten einen berechtigten Einwand. Nämlich, dass man durch den Versand doch wieder Müll produzieren würde, was mit der Philosophie des Unternehmens nicht konformgeht. Wie kann man genau diesen Aspekt adressieren und verändern? Wie viel Nachhaltigkeit kann der Online-Versand vertragen?

Revolutionsreife beim Versandhandel ist erreicht

In der Start-up-Show demonstrierte die Gründerin von Original Unverpackt aus Berlin eindrucksvoll, wie viel Plastikmüll in nur einem kleinen Einkaufskorb voller Lebensmittel steckt. Eindeutig ist es zu viel. Und auch im Versandhandel sieht es nicht anders aus. Die Zustellfahrzeuge produzieren Abgase, die Kartons werden zu nichts anderem als Papiermüll, sämtliche Artikel werden in jeder Menge Plastik verpackt und oben auf dem Paket schützt eine Plastiktasche den Lieferschein samt Rechnung. Dazu kommt noch Luftpolsterfolie oder sonstiges Ausfüllmaterial, weil der Karton viel größer als eigentlich nötig ist. Umweltfreundlich und nachhaltig ist das in keinem Fall. Tatsächlich ärgern sich auch immer mehr Paketempfänger über all das, doch geändert wird nichts.

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Was tun mit dem Verpackungsmüll? Plastik und Kartonagen stellen die Nachhaltigkeit im Online-Versand infrage. (Bild: ©istock.com/Highwaystarz-Photography)

Diese vielen Probleme könnten einfach gelöst werden: Abgasfreie Zustellungen durch Elektromobilität und zentralere Lösungen, recycelbare Kartons als gesetzliche Vorgabe, Vermeidung von Plastiktaschen wie sie beispielsweise bei Modehäusern gerne verwendet werden, unverpackte oder einfach umweltfreundlicher verpackte Produkte, umweltfreundliche Papiertaschen für den Lieferschein und so weiter. Der Online-Versandhandel ist in jedem Fall reif für Veränderung, doch an der Umsetzung wird es angesichts der fest eingefahrenen Standards und der Marktgröße des Online-Handels noch hapern.

Erste Nachhaltigkeitsschritte bei Paketzustellern zu erkennen

Immerhin gibt es aber schon erste erkennbare Schritte. Die Paketzusteller werben verstärkt mit ihren Umweltschutzprogrammen, welche die Schadstoffemissionen deutlich reduzieren sollen. Hermes ist mit dabei und schreibt, dass die Emissionen zwischen 1994 und heute bereits um 42 Prozent gesenkt werden konnten. Für noch bessere Ergebnisse möchte man erreichen, dass die Verbraucher mitwirken und ihre Pakete zu zentralen Annahmestellen schicken lassen, anstelle einer Lieferung direkt an die Haustür.

Auch die Deutsche Post betreibt ein Umweltschutzprogramm, mit dem die Emissions-Effizienz bis 2020 um 30 Prozent verbessert werden soll. Man möchte unter anderem die Fahrzeugflotte alternativer gestalten und mehr auf regenerative Energien setzen. Im Postzustellungsbereich gibt es deshalb schon seit Jahren die allseits bekannten Fahrräder. Im Paketbereich sind die Packstationen ein weiterer Aspekt, der sich mit den Hermes-Annahmestellen vergleichen lässt. Je weniger die Paketzusteller zu jeder einzelnen Haustür fahren müssen, desto besser. Dahingehend sind die Verbraucher angehalten, ihre Sendungen ebenfalls dorthin schicken zu lassen. Was andere Paketzusteller zwecks Nachhaltigkeit machen, zeigt dieser interessante Artikel.

Was sollten nachhaltige Online-Shops beherrschen?

Geht man über die Zusteller hinaus, sind es natürlich die Online-Shops, welche ebenfalls flächendeckend nachhaltige Konzepte präsentieren sollten. Die Aspekte gehen bereichstechnisch vom Sortiment über das Geschäftskonzept, den Versand der Waren und die Verpackungen bis hin zum Standort. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass es nur wenige Online-Shops gibt, welche die Aspekte konsequent umsetzen. Insbesondere die ganz großen Online-Shops können aufgrund der Masse an Bestellungen noch nicht mithalten und einfach ihre bisherigen Standards umwälzen. Tatsächlich sollten aber gerade die Online-Shops an ihren Konzepten arbeiten, bei denen die Bestellfrequenz hoch ist; erst dann kann man auch von einem relevanten Umweltfaktor sprechen. Die Methoden liegen vor, jetzt geht es um den Einsatz.

Beate Greisel

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