Wirtschaft

Metro gegen Verkauf von Kaufhof an Karstadt-Eigentümer

Derzeit gibt es zwei Kaufinteressenten für die 134 Warenhäuser der Kette Kaufhof: Der US-Milliardär Nicolas Berggruen, der vor rund zwei Jahren die angeschlagene Konkurrenzkette Karstadt für den symbolischen Betrag von einem Euro erworben und damit gerettet hatte. Er will die beiden Warenhäuser miteinander zu einer „Deutschen Warenhaus AG“ zusammenführen. Kaufhof hat 134 Filialen und rund 20.000 Mitarbeiter, Karstadt 86 Warenhäuser und 26 Sportfilialen sowie 25.000 Beschäftigte. Die Gewerkschaft Verdi befürchtet jedoch bei einem Zusammenschluss der beiden Ketten einen massiven Abbau von Arbeitsplätzen. Der zweite Kaufinteressent ist die österreichische Immobiliengruppe Signa, an der auch der griechische Reeder und Milliardär George Economou beteiligt ist. Economou möchte sich von dem sehr konjunkturabhängigen Seefrachtgeschäft diversifizieren. Im Beirat der Signa sitzen unter anderem der frühere österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Hans-Peter Haselsteiner, Chef des Wiener Baukonzerns Strabag. Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking soll in Kürze hinzustoßen. Der Chef der österreichischen Immobiliengruppe Signa, Rene Benko: „Wir sind ein langfristig orientierter Investor und keine Heuschrecke. In den meisten Immobilien bleiben wir zehn Jahre oder länger. Viele verkaufen wir überhaupt nicht mehr. Signa ist nicht dafür bekannt, Arbeitsplätze abzubauen. Ganz im Gegenteil.“

Die Kaufhof-Mutter Metro möchte die Warenhäuser bereits seit einiger Zeit abstoßen. Der Kaufpreis dürfte rund 2,4 Milliarden Euro betragen. Noch-Metro-Chef Cordes hat nun seine Vorliebe für die Immobilienfirma Signa geäußert. Details des Verkaufs seien bereits letzte Woche mit Signa-Chef Benko besprochen worden. Gegen Berggruen würden auch die momentan noch unklare Finanzierung der Kaufhof-Immobilien sprechen, so dass die Metro das Angebot derzeit nicht weiter verfolgen würde. Als dritter Kaufhof-Bieter wird auch der Ex-Karstadt-Chef Wolfgang Urban genannt.

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