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Mietkautionsversicherung – wer profitiert davon?

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Es ist Zeit für eine neue Wohnung, doch das Geld für die nächste Kaution ist noch nicht auf dem Konto. Die Kraft, Familie und Freunde um ein Darlehen zu bitten, hat nicht jeder. Einen Kredit nur wegen der Kaution aufzunehmen möchte man auch nicht. Das Geld, das für lange Zeit verschlossen bleibt, muss aufgebracht werden – aber wie? Eine Mietkautionsversicherung ist für viele die letzte Rettung.

Wie funktioniert eine Mietkautionsversicherung?

Seit 2008 erhalten die Mieter die Möglichkeit die Barkaution gegen eine Mietkautionsversicherung einzutauschen. Mit dem Abschluss einer solchen Versicherung, muss der Mieter ausschließlich eine jährliche Summe an die Versicherung, welche etwa fünf Prozent der Kaution beträgt zahlen, und ist von der hohen Summe der Kaution befreit. Die Kaution verwahrlost auf keinem separaten Konto bis zum Auszug aus der Wohnung, sondern kann direkt für den Umzug oder andere Käufe verwendet werden. Die Versicherung übernimmt somit die Bürgschaft für den Mieter. Das bedeutet nicht, dass sie für alle Schäden aufkommt. Denn für den Fall eines Schadens in der Wohnung übernimmt die Mietkautionsversicherung zwar die Kosten, der Mieter muss diese aber an die Versicherung zurückzahlen.

Welche Bedeutung hat eine Mietkautionsversicherung für den Mieter?

Eine Kaution von zwei bis drei Monatsmieten aufzubringen ist nicht für jedermann einfach. Das Geld wurde oft bereits für anstehenden Urlaub ausgegeben, oder ist für neue Möbel eingeplant. Man hofft deshalb auf eine schnelle Rückzahlung der hinterlegten Kaution beim bisherigen Vermieter, doch diese lässt auf sich warten. Eine Umfrage zu diesem Thema ergab, dass 18 Prozent lange auf die Rückerstattung warten mussten, während zehn Prozent eine zu Unrecht nicht vollständige Kaution zurückerhielten. Neun Prozent erhielten diese überhaupt nicht zurück. Die Rechtslage dahinter besagt, dass eine direkte Rückzahlung der Kaution nicht verpflichtend ist, da der Vermieter zunächst die Schäden und mögliche Nachzahlungen feststellen muss. Einen Teil der Kaution darf deshalb zunächst einbehalten werden.

Insbesondere Studenten profitieren von einer Mietkautionsversicherung. Als Student wechselt man häufig den Wohnort. Das Aufbringen der Kaution fällt deshalb umso schwerer. Die Mietkautionsversicherung bewahrt Studenten und Personen, die viel umziehen, vor diesem Schicksal und der Umzug findet problemlos statt.

Vor dem Abschluss einer Kautionsversicherung sollten Sie folgende zwei Dinge beachten. Erstens, die Versicherung verlangt im Falle eines Schadenfalls das Geld von Ihnen zurück. Zweitens, Sie sollten abwägen, wie lange Sie in einem Wohnobjekt wohnen möchten. Planen Sie eine langfriste Anmietung, vergleichen Sie die Kosten der Mietkaution mit der Summe des jährlichen Beitrags der Versicherung. Bei einer Mietlaufzeit von 20 Jahren wird deshalb schnell die Summe der eigentlichen Mietkaution überschritten. In diesem Fall ist die einmalige Zahlung dieser Kaution durchaus sinnvoller.

Welche Bedeutung hat die Mietkautionsversicherung für den Vermieter?

Auch der Vermieter profitiert von einer Versicherung für die Mietkaution seiner Mieter. Zunächst sei vorweggenommen, dass kein Vermieter zur Annahme einer Mietkautionsversicherung verpflichtet ist. Denn oftmals haben Vermieter Kooperationen für Mietdepots mit bestimmten Banken und scheuen sich deshalb, mögliche Freiheiten aufzugeben. Mit der Zustimmung einer Mietkautionsversicherung erhöht sich jedoch die Vermietungswahrscheinlichkeit, da auch Personen ohne Ansparungen, sich die Wohnung leisten können. Sie sind außerdem vor Mietnomaden geschützt, da die Versicherung für die Schäden in der Wohnung haftet und das Geld bei den Mietern zurückverlangt. Selbst wenn der Mieter seine jährliche Prämie nicht an die Versicherung zahlt und der Vertrag als „selbstschuldnerische Bürgschaft“ gestaltet ist, bürgt der Anbieter auch weiterhin.

Lydia Hagen

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